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Impfung (Symbolbild)

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    Augsburger Impfdrängler: Stadt will "jeden Einzelfall prüfen"

    Nach der Impfung Externer in zwei Augsburger Heimen der Arbeiterwohlfahrt will die Stadt Augsburg die Fälle nun genau untersuchen. Der Gesundheitsreferent kündigt an, "jeden Verstoß im Einzelfall zu prüfen".

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    Von
    • Susanne Hofmann

    Nach der Impfung Externer in zwei Augsburger Heimen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sind sich AWO und Stadt Augsburg uneins in der Bewertung der Vorfälle. Die AWO Schwaben bestreitet einen Verstoß gegen die Impfordnung. Der Gesundheitsreferent der Stadt Augsburg, Reiner Erben, kündigt an, den Vorgang überprüfen und gegebenenfalls ahnden zu wollen.

    Auf Nachfrage des BR stellte Erben nun klar, dass im Falle zweier umstrittener Impfungen bei der AWO Herrenbach "alle Personen (...) im Vorfeld summarisch und dann entsprechend vor Ort mit unterschriebenen Anmeldungen von der Heimleitung als Beschäftigte in der Einrichtung gemeldet" worden waren.

    Das sagt die AWO zu den Vorfällen

    Bei den externen Personen handelt es sich indes nicht um Mitarbeiter des AWO-Heims Herrenbach, sondern um den Lebensgefährten einer Heimleitung und dessen Mitarbeiter. Der Lebensgefährte sei als Betreiber einer Kfz-Werkstatt für den Ambulanten Dienst der AWO Fürstenfeldbruck tätig. Er und sein Werkstatt-Mitarbeiter führten gelegentlich Reparaturen im Heim Herrenbach aus, so die AWO Schwaben in ihrer Stellungnahme.

    Laut AWO Schwaben ist die Impfung nur deshalb erfolgt, weil noch Impfstoff übrig gewesen sei, der sonst verfallen wäre. Dem widerspricht der Gesundheitsreferent in seinem Statement, wonach die Impfungen in den Einrichtungen "nach einem klar festgelegten Verfahren durchgeführt" wurden und werden.

    Gruppe von Polizisten geimpft

    Eine weitere Unstimmigkeit besteht laut Rainer Erben darin, dass im AWO-Heim Herrenbach zudem eine Gruppe von Polizisten geimpft wurde. Auch dieser Vorgang sei "ungewöhnlich, wenn auch nicht unmöglich". Erben betont, die Stadt führe die Listen mit den zu impfenden Personen sowie mit Impf-Nachrückern. Wie es dazu kommen konnte, dass in diesem Fall das AWO-Heim die Impfung der Polizisten organisiert hat, ist weiterhin unklar.

    Erben betont in seiner Stellungnahme, die Stadt Augsburg verurteile Verstöße gegen die Impfpriorisierung nach der Corona-Impfverordnung und der Ständigen Impfkommission aufs Schärfste. Die Stadt verweist auf drohende arbeitsrechtliche Konsequenzen. Außerdem kündigt sie an, "jeden Verstoß im Einzelfall zu prüfen". Man sei hierzu mit der Staatsanwaltschaft und über das Landesministerium mit dem Verordnungsgeber im Austausch.

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