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Augsburger Fuggerei erzählt die Lebensgeschichten der Bewohner | BR24

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Der Zweite Weltkrieg zerstörte die Häuser in der Augsburger Fuggerei. Vor 70 Jahren wurden die ersten wiederaufgebauten Häuser eingeweiht. Aus diesem Anlass gibt es jetzt neue Schauräume. Sie erzählen vom Wandel der ältesten Sozialsiedlung der Welt.

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Augsburger Fuggerei erzählt die Lebensgeschichten der Bewohner

Der Zweite Weltkrieg zerstörte die Häuser in der Augsburger Fuggerei. Vor 70 Jahren wurden die ersten nach ihrem Wiederaufbau eingeweiht. Aus diesem Anlass gibt es jetzt neue Schauräume. Sie erzählen vom Wandel der ältesten Sozialsiedlung der Welt.

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Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg kehrte im September 1947 allmählich wieder Leben in die Augsburger Fuggerei, die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. 1949, also vor genau 70 Jahren, konnten dann die ersten wiederaufgebauten Häuser eingeweiht werden.

Zwei neue Schauräume erzählen Lebensgeschichten

Die Fuggerschen Stiftungen nehmen das zum Anlass, um ihr Museumskonzept zu erweitern. Ab kommenden Sonntag können zwei neue Schauräume in der Ochsengasse besucht werden. Darin werden die Lebensgeschichten der Bewohner erzählt. Und es wird geschildert, wie sich das Miteinander in der Sozialsiedlung verändert hat.

Touristen halten Fuggerei-Bewohner oft für Statisten

Dargestellt wird dabei auch, wie es ist, in einer Sehenswürdigkeit zu wohnen, die an manchen Tagen von bis zu 1.000 Besuchern besichtigt wird. Bei der aber für die Bewohner abends bereits um 22 Uhr das Tor geschlossen wird.

Viele Besucher, sagt Fuggerei-Sprecherin Astrid Gabler, könnten gar nicht glauben, dass in der knapp 500 Jahre alten Sozialsiedlung wirklich Menschen wohnen: "Die Bewohner werden oft für Statisten gehalten".

88 Cent Jahresmiete und tägliche Gebete

Die Nachfrage nach den Wohnungen ist groß und die Warteliste lang: Rund 150 Bewohner leben derzeit in der Fuggerei, für 88 Cent Jahreskaltmiete, sagt Wolf-Dietrich Graf von Hundt, Administrator der Fuggerschen Stiftungen.

Wer unverschuldet in Not gerät, katholisch ist und seit mindestens zwei Jahren in Augsburg lebt, kann sich um eine Aufnahme in die Fuggerei bewerben. Mittlerweile wohnen dort nicht nur Rentner, sondern beispielsweise auch allein erziehende Mütter mit Kindern.

Die Fuggereibewohner müssen neben dem historischen Gulden für die Miete auch täglich drei Gebete sprechen für den Stifter Jakob Fugger und seine Brüder. Diese stifteten die Fuggerei im Jahr 1521.

Festakt zur Eröffnung der neuen Schauräume

Im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses findet anlässlich der neuen Schauräume am Sonntagvormittag ein Festakt statt. Mit dabei sind Maria Elisabeth Gräfin Thun-Fugger, die Vorsitzende des Fuggerschen Familienseniorats, und Shahab Sangestan von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, die das Museum maßgeblich finanziert hat. Danach folgt dann um 13.30 Uhr die offizielle Eröffnung der neuen Schauräume in der Ochsengasse.