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Augsburger Bischof Zdarsa wird 75 | BR24

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Zdarsa gilt als Mann, der keine Schlagzeilen produziert. Seine Anhänger finden: Genau so einen brauchte das Bistum, als der gebürtige Sachse in unruhigen Zeiten nach Augsburg kam. Mit dem 75. rückt sein Abschied vom Lech näher.

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Augsburger Bischof Zdarsa wird 75

Konrad Zdarsa gilt als Mann, der keine Schlagzeilen produziert. Seine Anhänger finden: Genau so einen brauchte das Bistum, als der gebürtige Sachse in unruhigen Zeiten nach Augsburg kam. Mit dem heutigen Geburtstag rückt sein Abschied vom Lech näher.

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Einen "Hoffnungsträger" nannte ihn die Presse, gar den "Nothelfer aus Sachsen". Das war im Juli 2010, nachdem der Vatikan bekanntgegeben hatte, den amtierenden Görlitzer Bischof Konrad Zdarsa zum Oberhirten von Augsburg zu machen. Die Diözese Augsburg erlebte damals unruhige Zeiten.

Ihr bisheriger Bischof Walter Mixa war nach Prügel- und Untreuevorwürfen zurückgetreten. Nun also sollte der im Rekordtempo von acht Wochen ernannte Zdarsa das Bistum am Lech befrieden.

Proteste gegen Reformpläne für Pfarreien

Nicht lang nach Zdarsas Amtseinführung am 23. Oktober 2010 begann es indes im Bistum wieder zu knirschen. Gegen Zdarsas Plan, die etwa 1.000 Pfarreien seines Bistums zu rund 200 Seelsorgeeinheiten zusammenzuführen, protestierten Anfang 2012 mehr als 2.500 Menschen vor dem Augsburger Dom.

Kritische Kundgebungen gab es auch von Weltbild-Mitarbeitern, als das seinerzeit noch deutschen Bistümern gehörende Augsburger Medienhaus in die Insolvenz rutschte.

"Persönlichkeit, die nicht das Rampenlicht sucht"

Ungeachtet dessen findet Hildegard Schütz, Vorsitzende des Augsburger Diözesanrats der Katholiken, der Bischof habe Ruhe ins Bistum gebracht - "schon durch seine Persönlichkeit, die nicht das Rampenlicht sucht und keine politischen Erklärungen abgibt".

Diese Zurückhaltung mag in Zdarsas DDR-Herkunft begründet sein. Zur Welt kam er 1944 in Hainichen als siebtes Kind seiner Eltern. 1974 empfing er im nahen Dresden die Priesterweihe, nachdem er eine Lehre zum Dreher gemacht, das Abitur nachgeholt und Theologie studiert hatte. Danach konnte Zdarsa an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Kirchenrecht promovieren - dank seiner österreichischen Staatsbürgerschaft, die ihm in der DDR Reisefreiheit garantierte. Sein Vater kam aus der Steiermark.

Initiative für Neuevangelisierung

Zdarsa gilt als konservativer Vertreter der Geistlichkeit. So unterschrieb er im Frühjahr 2018 im "Kommunionstreit" den Brief von sieben deutschen Bischöfen an den Vatikan, in dem diese die Rechtmäßigkeit eines Mehrheitsbeschlusses der Deutschen Bischofskonferenz anzweifelten. Es ging um Leitlinien, die eine Zulassung nichtkatholischer Ehepartner zur Kommunion unter Bedingungen nahelegten.

Ein Anliegen ist dem Bischof die Neuevangelisierung, das Suchen neuer Wege zur Verkündigung der Frohen Botschaft. In Augsburg gründete er dazu ein Institut.

Zum Ruhestand zieht es Zdarsa zurück nach Sachsen

Am Freitag wird Zdarsa 75 Jahre alt - laut Kirchenrecht Zeit für den Rücktritt. Das Bistum rechnet damit, dass der Papst das Gesuch bis Anfang Juli annimmt. Seinen Ruhestand will Zdarsa in Dresden verbringen.

Über seine Nachfolge in Augsburg entscheidet der Vatikan. Es wird darüber spekuliert, dass der Passauer Bischof Stefan Oster an den Lech wechseln könnte.

(mit Material von KNA)