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Augsburger Bischof Zdarsa in den Ruhestand verabschiedet | BR24

© dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Bischof Zdarsa

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Augsburger Bischof Zdarsa in den Ruhestand verabschiedet

Der Augsburger Bischof Konrad Zdarsa ist am Sonntag mit einem Festgottesdienst im Dom offiziell aus seinem Amt verabschiedet worden. Kardinal Marx dankte ihm für sein vielfältiges Engagement und würdigte ihn als einen treuen Verfechter der Kirche.

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Mit seinen Wortmeldungen und Gedanken, mit Erfahrungen und Erwartungen habe Konrad Zdarsa die Debatten der Deutschen Bischofskonerenz bereichert, lobte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Sonntag den scheidenden Bischof.

Erfahrungen in der DDR haben Bischof geprägt

Die Gemeinschaft sei Zdarsa immer wichtig gewesen, sagte Marx in seinem Grußwort. Ausdrücklich hob er die Heimatverbundenheit des Bischofs hervor. Die Erfahrungen, die er in der ehemaligen DDR als Bischof von Görlitz gemacht habe, hätten ihn geprägt. Die Bischöfe und die Bischofskonferenz habe er mit seinen Erfahrungen bereichert.

Leitung des Bistums in turbulenten Zeiten

Zdarsa habe das Bistum Augsburg in teilweise turbulenten Zeiten geleitet, so Marx. Dabei bezog er sich auf Zdarsas Anfangsphase als neuer Bischof in Augsburg, die eine Konsolidierung und Befriedung nach dem Ausscheiden des Vorgängers aus dem Amt notwendig machten. Er folgte auf Walter Mixa, der zuvor wegen Prügel- und Untreuevorwürfen zurückgetreten war. Dazu kamen notwendige Strukturprozesse im Bistum nach der Aufdeckung der Fälle sexuellen Missbrauchs.

Schon kurze Zeit nach seinem Amtsantritt in Augsburg sorgte der Bischof aus Sachsen mit seiner "Raumplanung 2025" für Aufregung. Mit dem Vorhaben sollten die etwa 1.000 Pfarreien des Bistums Augsburg zu rund 200 Seelsorgeeinheiten zusammengeführt werden. Dagegen protestierten Anfang 2012 mehr als 2.500 Menschen vor dem Augsburger Dom.

Zdarsa verteitigt katholische Kirche gegen Kritik

In seinem Abschiedsgottesdienst verteidigte Zdarsa die katholische Kirche gegen Kritik: "Katholisch sein heißt ja nicht etwa zuerst gegen etwas sein, auch wenn uns das vielleicht der eine oder andere aufgeklärte Zeitgenosse gern nachsagen möchte. Katholisch sein heißt aus der Fülle leben, wohl wissend, dass damit zu keiner Zeit mit dem uneingeschränkten Beifall einer gottfernen Welt zu rechnen ist", betonte er in seiner Predigt und fügte hinzu: Trotz des Widerstands dürfe "unser letztes Wort niemals der Weheruf über die sein, die uns ablehnen, sondern die Botschaft: Das Reich Gottes ist nahe".

Nach katholischem Kirchenrecht müssen Diözesanbischöfe dem Papst ihren Rücktritt anbieten, wenn sie das 75. Lebensjahr vollendet haben. Papst Franziskus hatte vor drei Tagen das Rücktrittsgesuch Zdarsas angenommen. Bis zur Wahl eines Nachfolgers und neuen Diözesanadministrators wird Weihbischof Anton Losinger das Bistum Augsburg leiten.

© BR/Torsten Thierbach

Abschiedsgottesdienst von Bischof Zdarsa im Augsburger Dom.