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Augsburger Bischof und Generalvikar bereits gegen Corona geimpft | BR24

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Der Augsburger Bischof Betram Meier

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    Augsburger Bischof und Generalvikar bereits gegen Corona geimpft

    Der Augsburger Bischof Bertram Meier und Generalvikar Harald Heinrich sind gegen Corona geimpft. Ähnlich wie Politiker im Landkreis Donau-Ries erhielten sie überzählige Impfdosen. Das Bistum stuft beide als "Personal" von Seniorenheimen ein.

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    Von
    • Thomas Pösl
    • Beate Mangold

    60 Jahre ist der Augsburger Bischof Bertram Meier, 53 Jahre sein Generalvikar Harald Heinrich. Auf den ersten Blick gehören sie keiner priorisierten Gruppe für eine Impfung gegen das Coronavirus an. Allerdings haben beide am letzten Wochenende bereits ihre zweite Impfung in einem Augsburger Caritas-Seniorenzentrum bekommen. Das bestätigte Bistumssprecher Ulrich Bobinger dem BR.

    Bistum stuft Bischof als Personal eines Seniorenheims ein

    Bei der ersten Impfung hätten Meier und Heinrich laut Bobinger kurzfristig überzähligen Impfstoff verabreicht bekommen, so Bistumssprecher Bobinger. Als Begründung verweist Bobinger für die Impfung auf eine Definition des bayerischen Gesundheitsministeriums, wonach Meier und Heinrich als "Personal" des Seniorenzentrums einzustufen seien.

    Personal von Pflegeheimen in Priorisierungsgruppe eins

    Der Bischof und der Generalvikar seien regelmäßig als Seelsorger in Pflegeeinrichtungen tätig, unter anderem für Krankensalbungen. Laut der Empfehlung der Ständigen Impfkommission zur Reihenfolge der Corona-Impfungen gehören "Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohnern und Bewohnerinnen" zur Priorisierungsgruppe eins.

    Donau-Rieser Landrat ebenfalls geimpft

    Zuvor war bekannt geworden, dass auch der Landrat des Landkreises Donau-Ries, Stefan Rößle, seine Stellvertreterin Claudia Marb und der Donauwörther Oberbürgermeister Jürgen Sorré bereits gegen das Coronavirus geimpft sind. Alle drei waren kurzfristig kontaktiert worden, als bereits aufgetauter Impfstoff zu verfallen drohte. Rößle und Sorré beteuerten beide gegenüber dem BR, dass sie sich heute dagegen entscheiden würden, die Impfung anzunehmen.

    Kritik aus dem Landtag

    Kritisch zu den Impfungen äußerte sich etwa der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Ludwig Hartmann. Man müsste sich die Frage stellen, wo sich der Bischof und der Landrat sonst noch unstatthafte Vorteile verschafften, so Hartmann. Diese Impfdrängelei offenbare eine nicht tragbare Ich-zuerst-Mentalität. Hartmann forderte von den Geimpften, ihren Schutzstatus zu nutzen und im Pflegeheim oder einer Obdachlosen-Unterkunft zu helfen.

    Diskussion über Impfpraxis im Landkreis Donau-Ries

    Vorausgegangen war auch eine Diskussion im Landkreis Donau-Ries über den Umgang des Landkreises mit überzähligen Impfdosen. So waren am 4. Januar nicht nur der Landrat und seine Stellvertreterin geimpft worden, sondern auch Küchenpersonal und Verwaltungsmitarbeiter des Donauwörther Krankenhauses. Hintergrund war, dass zahlreiche Impfdosen zu verfallen drohten.

    Liste mit Ersatzkandidaten für Impfungen

    Nach Kritik mehrerer Hausärzte änderte der Landkreis Donau-Ries die Organisation bei der Verteilung des Impfstoffs. Seit Kurzem gebe es nun auch eine Liste mit Ersatzkandidaten, etwa Polizistinnen und Polizisten oder Feuerwehrleute, die angerufen werden, sobald Impfstoff übrig ist. Diese Praxis wird auch in anderen Landkreisen angewandt, um möglichst wenig Impfdosen verfallen zu lassen.

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