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Augsburgblumen-Erfinder erhält weitere Haftstrafe wegen Graffiti | BR24

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Die Augsburgblume brachte einem Graffiti-Künstler Bekanntheit, aber auch mehrere Haftstrafen ein.

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    Augsburgblumen-Erfinder erhält weitere Haftstrafe wegen Graffiti

    Die Augsburgblume machte ihn zu einem Star der Graffiti-Szene – aber sie brachte ihn auch ins Gefängnis. Und da wird der 33-Jährige wohl noch länger bleiben: Das Amtsgericht Augsburg verurteilte ihn jetzt zu einer weiteren Haftstrafe.

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    Seit dem Sommer sitzt der 33-jährige Schöpfer der sogenannten Augsburgblume im Gefängnis: In der JVA Augsburg verbüßt er eine Strafe, zu der er vom Amtsgericht Coburg verurteilt wurde. Grund: Illegale Graffitis an einem Zug. Zuvor hatte er in Augsburg bereits zwei Bewährungsstrafen bekommen.

    Amtsgericht Augsburg: "Bewährung kommt nicht in Frage"

    Angesichts dieser Vorstrafen betonte Richterin Susanne Scheiwiller bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht Augsburg: "Bewährung kommt nicht in Frage." Der Mann musste sich wegen mehr als 30 Graffitis verantworten, die er im vergangenen Jahr auf fremden Eigentum hinterlassen hat. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere tausend Euro.

    Haftstrafe für Erfinder der Augsburgblume

    Der Angeklagte räumte die Taten ein und erhielt eine Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten wegen Sachbeschädigung. Laut Gericht basiert das Urteil auf einer Verfahrensabsprache, es ist noch nicht rechtskräftig. Voraussichtlich wird der Erfinder der Augsburgblume insgesamt eineinhalb bis zwei Jahre im Gefängnis bleiben müssen, ehe eine Aussetzung der Reststrafe in Frage kommt.

    Streetart-Motiv überall in Augsburg

    Vor etwa einem Jahrzehnt hatte der heute 33-Jährige angefangen, im Raum Augsburg Blumen auf Wände oder Gegenstände zu malen. Die sogenannte Augsburgblume, die auch heute noch in der Stadt zu entdecken ist, wurde zu einem Wahrzeichen. Zeitweise war sogar diskutiert worden, ob die Blume ein offizielles Augsburger Werbemotiv werden soll. Später vermarktete der Künstler das Streetart-Motiv unter seinem Pseudonym "Blumenmaler" auf T-Shirts und für eine Biersorte.

    Wunsch nach Leben ohne "Schmierereien"

    Vor Gericht erklärte der Mann, dass er nach seiner Haft mit Hilfe eines Verhaltenstherapeuten unbedingt sein Leben ändern wolle. Denn er möchte künftig "der Spießbürgerlichkeit frönen" und "ein normales Leben ohne Schmierereien" führen. Bereits in früheren Prozessen hatte der Verurteilte versprochen, künftig keine illegalen Graffitis mehr zu malen. Daran gehalten hat er sich allerdings nicht.

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