BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Augsburg will problematische Straßennamen mit NS-Bezug ändern | BR24

© BR

Der Augsburger Stadtrat beschäftigt sich mit sechs Straßennamen, die Bezüge zum Nationalsozialismus und zum Ersten Weltkrieg haben. Zwei Straßennamen sollen umbenannt, die anderen vier mit Schildern zum geschichtlichen Hintergrund versehen werden.

3
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Augsburg will problematische Straßennamen mit NS-Bezug ändern

Der Augsburger Stadtrat beschäftigt sich mit sechs Straßennamen, die Bezüge zum Nationalsozialismus haben. Zwei Straßen sollen umbenannt, die anderen vier mit Schildern zum geschichtlichen Hintergrund versehen werden. Weitere Straßen könnten folgen.

3
Per Mail sharen
Teilen

Straßennamen mit NS-Bezug gibt es in vielen Städten, so auch in Augsburg. Die Stadt will das nun ändern. Am Donnerstag beschäftigt sich der Stadtrat deshalb mit insgesamt sechs problematischen Straßennamen: Hans-Watzlik-Straße, Professor-Messerschmitt-Straße, Karl-Haberstock-Straße, Langemarckstraße, Bürgermeister-Widmeier-Straße und Dr.-Mack-Straße. Im Vorfeld waren die betreffenden Straßennamen von Stadtratsfraktionen, Vereinen oder Einzelpersonen kritisiert worden.

Zwei Straßennamen mit NS-Bezug sollen geändert werden

Alle sechs Straßennamen hat die Kommission für Erinnerungskultur der Stadt zwei Jahre lang auf ihren Hintergrund hin untersucht und bewertet. Das Ergebnis: Zwei Namen, nämlich die Langemarckstraße und die Dr.-Mack-Straße, sind nicht tragbar und sollen geändert werden.

Die Langemarckstraße verweist auf eine Schlacht in einem belgischen Ort im Ersten Weltkrieg, die später von den Nationalsozialisten für Kriegspropaganda genutzt wurde, um junge Menschen für den Krieg zu begeistern.

Die Dr.-Mack-Straße wurde nach dem Gynäkologen Maximilian Ludwig Mack benannt, der am Augsburger Hauptkrankenhaus tätig war. Er soll während der NS-Zeit unter anderem Zwangssterilisationen durchgeführt und sich an der "menschenverachtenden nationalsozialistischen Rassen- und Gesundheitspolitik" beteiligt haben, so das Urteil der Kommission.

Hinweisschilder auf den NS-Bezug

Sollte der Stadtrat der Änderung der zwei Straßennamen zustimmen, dann will die Stadt die zukünftigen Namen mithilfe der Augsburger Bürger suchen und einen möglichst transparenten Prozess dazu gestalten. Auch den NS-Bezug der anderen vier problematischen Straßen, deren Namen nicht geändert werden soll, möchte die Kommission für Erinnerungskultur nicht verschwiegen sehen. So hat sie vorgeschlagen, die Straßenschilder um Hinweisschilder zu ergänzen, die auf die Problematik der Namen eingehen.

Weitere Straßennamen sollen überprüft werden

Der Augsburger Stadtrat will die Kommission für Erinnerungskultur damit beauftragen, noch weitere Straßennamen zu untersuchen. Es sei offensichtlich, dass auch weitere Straßennamen als strittig angesehen werden könnten, heißt es dazu in der Vorlage des Stadtrates. Dazu gehörten etwa die Ostlandstraße, die nach dem Reichskommissariat Ostland benannt wurde. Oder auch mehrere Straßen, die nach Schlachtorten des Ersten Weltkriegs benannt wurden, etwa die Sommestraße.