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Seit Wochen sexuelle Übergriffe auf Frauen in Augsburg

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Seit Wochen sexuelle Übergriffe auf Frauen in Augsburg

Alleine im Wald joggen: für Frauen oft ein komisches Gefühl. Doch das, was gerade in Augsburg passiert, geht darüber hinaus. Seit Wochen ist im Stadtwald ein Grapscher unterwegs. Und die Polizei hat noch keinen Verdächtigen ermitteln können.

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Kristina joggt in den Augsburger Stadtwald. Dichter Mischwald entlang des Wegs, immer wieder Weggabelungen. Kleine Brücken führen über Bäche, die den Wald durchziehen. Ein Jogger-Paradies. Doch Kristina läuft mit mulmigem Gefühl. Seit Wochen werden in dem Wald Frauen von einem Unbekannten sexuell belästigt.

Es ist immer dieselbe Masche

Seitdem geht die junge Frau mit den kurzen blonden Haaren nur noch mit Handy zum Joggen: "Mit Siri funktioniert es wunderbar, sofort die Polizei zu informieren oder auch andere Angehörige. Und wenn ein Übergriff kommt, überlege ich, wie ich darauf reagieren kann, wie ich vielleicht ein, zwei Selbstverteidigungstechniken anwenden kann, um dann hoffentlich schneller als der Täter weglaufen zu können."

Es ist immer dieselbe Masche. Der Täter steigt auf sein schwarzes Mountainbike und fährt zum Siebentischwald. Dann nähert er sich den Frauen von hinten und greift ihnen an den Po. Manchmal beschimpft er die Frauen auch noch. Und dann radelt er davon. Ein junger Mann soll es sein, mit kurzen dunklen Haaren.

Die Polizei ermittelt seit Wochen

Im Augsburger Polizeipräsidium wird deswegen seit Wochen ermittelt. Insgesamt 20 Fälle sind den Beamten bislang bekannt. Meistens schlage der Unbekannte in den frühen Morgenstunden im Bereich um die Sportanlage Süd zu. Polizeisprecher Maximilian Schwinghammer rät, dass Opfer sofort den Notruf wählen und der Polizei den Standort und die Fluchtrichtung mitteilen sollen.

"Es ist ja nicht nur das Joggen"

Die Polizei betont aber auch: Bislang ist es beim Grapschen geblieben. Der Täter ist danach nie vom Rad gestiegen um die Frauen anderweitig anzugehen oder gar zu vergewaltigen. Für Kristina ein schwacher Trost: "Es ist aber nicht nur das Joggen, es ist das abends weggehen, das kurze Röcke tragen. Es ist einfach ein allgemeines Thema, dass Frauen mehr darauf achten, nicht allein in Straßen rumzulaufen, immer den Schlüssel in der Hand halten, wenn sie allein aus der S-Bahn aussteigen und dann zur Wohnung gehen."

Augsburgerinnen ändern Gewohnheiten

Der Täter vergreift sich an Frauen fast aller Altersklassen. Die Folge: Aus Angst ändern viele Augsburgerinnen ihre Gewohnheiten. So wie die Rentnerin Carmen Weber: "Seit der Grabscher da am Stempflesee war, gehe ich nur noch gradaus durch den Wald."

Kristina findet es gut, dass der Fall nun so bekannt wird. Sie hofft aber auch, dass sich viele Frauen eben nicht abschrecken lassen, dass zu tun, was sie gerne machen. So wie Kristina. Siri und ihr Smartphone sind bereit, sollte der Ernstfall eintreten. So joggt sie hinein, in den Augsburger Stadtwald. Gewarnt, aber ohne Angst.

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Seit Wochen ist im Augsburger Stadtwald ein Grapscher unterwegs, der Frauen aus fast allen Altersgruppen sexuell belästigt - mit immer dem gleichen Verhalten. Die Polizei hat trotzdem noch keinen Verdächtigen ermitteln können.

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