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Bei der Impfquote liegt Augsburg weit vor den ländlicheren Regionen Schwabens

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    Augsburg liegt bei Impfungen weit vor dem übrigen Schwaben

    Landräte aus Schwaben hatten zuletzt eine Benachteiligung ländlicher Regionen bei der Impfstoffverteilung beklagt. Eine Auswertung des Gesundheitsministeriums bestätigt nun zumindest, dass in Schwaben mit Augsburg die größte Stadt weit vorn liegt.

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    Von
    • Kilian Geiser

    Die Stadt Augsburg liegt beim Thema Impfquote mit deutlichem Abstand vor anderen Städten und Landkreisen in Schwaben. Die Quote der Menschen, die bereits eine erste Impfung erhalten haben, liegt in Augsburg bei 41 Prozent. 12,8 Prozent haben bereits ihre zweite Impfung erhalten. Die Daten stellte das Bayerische Gesundheitsministerium auf Anfrage des BR zur Verfügung. Stand der Daten ist der 18.05.2021.

    Landkreis Dillingen schwäbisches Schlusslicht bei Erstimpfungen

    Andere Landkreise und kreisfreie Städte liegen den Daten zufolge deutlich hinter Schwabens größter Stadt. Im Landkreis Dillingen liegt die Quote der Erstimpfungen bei 33,0 Prozent, die der Zweitimpfungen bei 9,8 Prozent. Der Landkreis ist damit Schlusslicht bei den Erstimpfungen Schwaben.

    Niedrigste Zweitimpfungsquote im Landkreis Donau-Ries

    Im Landkreis Günzburg liegt die Quote der Erstimpfungen nur unwesentlich höher, bei 33,4 Prozent. Der Landkreis Donau-Ries folgt mit 34,7 Prozent. Hier wurde die schwabenweit niedrigste Quote der Zweitimpfungen registriert. Sie liegt mit 8,1 Prozent etwa ein Drittel niedriger als in Augsburg. Ähnlich niedrig ist die Quote der Zweitimpfungen im Landkreis Neu-Ulm. Dort liegt sie bei 8,3 Prozent.

    Dillinger Landrat kritisiert Aufteilung auf Praxen und Impfzentren

    Anfang der Woche hatte der Dillinger Landrat Leo Schrell beklagt, sein Landkreis erhalte nicht genug Impfstoff. Schrell sieht die Ursache dafür in der Aufteilung der Impfdosen auf Impfzentren und niedergelassene Ärzte. In seinem Landkreis gibt es weniger Praxen als in den großen Städten Bayerns. Schrell befürchtet, dass die Einbeziehung der Betriebsärzte die Kluft noch vergrößern wird und forderte deshalb mehr Impfstoff für das Impfzentrum des Landkreises in Wertingen.

    Allgäuer Landräte und OBs sehen ländliche Regionen im Nachteil

    Eine Woche zuvor hatten bereits Landräte und Oberbürgermeister im Allgäu eine Gleichbehandlung der ländlichen Regionen beim Thema Impfstoff gefordert. Sie wandten sich mit einem Brief an den Ministerpräsidenten. Auch sie argumentierten, die aktuelle Regelung für die Aufteilung der Impfstoffe auf Arztpraxen und Impfzentren verschärfe die Benachteiligung ländlicher Regionen, da es dort pro Einwohner weniger Ärzte gebe.

    Auch Regionen im Allgäu bei Impfquote weit hinter Augsburg

    Laut der Daten des Gesundheitsministeriums weisen im Allgäu die kreisfreie Stadt Kempten und der Landkreis Oberallgäu die niedrigste Erstimpfungsquote auf. Sie liegt dort bei 35,2 Prozent. Das Ministerium weist die kreisfreie Stadt und den Landkreis gemeinsam aus, weil sich auch Landkreisbürger in Kempten impfen lassen können. Die höchste Erstimpfungsquote im Allgäu gibt das Ministerium für Kaufbeuren und den Landkreis Ostallgäu an. Hier liegt sie zusammengenommen bei 36,5 Prozent und damit ebenfalls deutlich niedriger als in Augsburg.

    Gesundheitsministerium verweist auf Kliniken, Heime und Altersdurchschnitt

    Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums erklärte, die unterschiedlichen Impfquoten seien unter anderem darauf zurückzuführen, dass sich die Zahl der Kliniken und der Pflegeheime in den Kreisen ebenso unterscheiden wie der Altersdurchschnitt. Auch auf die Auswirkung von Sonderzuweisungen wies die Sprecherin hin.

    Datenquellen für Impfquoten

    Die Daten des Ministeriums beruhen auf einer Auswertung von Daten der für die Impfzentren eingesetzten Registrierungssoftware BayIMCO, von Daten des BIK-Impfportals der Bayerischen Krankenhausgesellschaft und von Daten der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. Am 18.05. durchgeführte Impfungen sind nur teilweise in den Daten enthalten.

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