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Augsburg ist Weltkulturerbe: Jubel in der Stadt und in Bayern | BR24

© BR/Barbara Leinfelder

Das Welterbekomitee hat das historische Wassermanagement der Stadt Augsburg in seine Liste der Weltkulturerbestätten aufgenommen. Begeisterung darüber herrschte nicht nur bei Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl.

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Augsburg ist Weltkulturerbe: Jubel in der Stadt und in Bayern

Besondere Auszeichnung für Augsburg: Die Unesco hat das historische Wassermanagement der Stadt in die Welterbe-Liste aufgenommen. Begeisterung darüber herrscht nicht nur bei Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl.

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Gerade mal zwölf Minuten dauerte die Diskussion um die Bewerbung Augsburgs um den Titel Weltkulturerbe bei der 43. Sitzung des Welterbekomitees in Aserbaidschans Hauptstadt Baku. Dann fiel der Hammer und Augsburg wurde mit seinem historischen Wassermanagement auf die Liste der Weltkulturerbestätten aufgenommen.

Weltkulturerbe-Titel auch als Auftrag zur kulturellen Vermittlung

Beinahe förmlich bedankte sich die nach Baku gereiste deutsche Delegation um den Augsburger Kulturreferenten Thomas Weitzel beim Unesco-Welterbekomitee. Weitzel betonte dabei noch einmal die Bedeutung der historischen Anlagen in Augsburg. Gleichzeitig stellte er aber auch klar, dass die Stadt diese Auszeichnung auch als Auftrag verstehe, die 22 Stationen im Stadtgebiet, die nun zum Weltkulturerbe gehören, zu erhalten und im Sinne der kulturellen Vermittlung weiter an ihnen zu arbeiten.

Überwältigende Entscheidung für Augsburgs Oberbürgermeister Gribl

Weitaus überschwänglicher drückte Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl seine Freude aus. Kurz nach der Entscheidung postete Gribl ein Jubelvideo auf seiner Facebook-Seite.

Die Nachricht sei überwältigend und bestätige, dass sich neun Jahre Bewerbungsarbeit zum Thema Wasser in Augsburg wirklich gelohnt hätten, so Gribl. Wasser sei sozusagen die DNA der Stadt. Anhand des einzigartigen Systems der Wasserwirtschaft lasse sich die gesamte Entwicklung Augsburgs nachvollziehen, wirtschaftlich genauso wie sozial und kulturell. Die Auszeichnung als Weltkulturerbe sei ein Qualitätssiegel allererster Güte und gebe der Stadt ein neues und starkes Profil, das für die ganze Welt sichtbar werde.

Kunstminister Sibler: Auszeichnung auch für den Kulturstaat Bayern

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder reagierte zunächst auf Twitter auf die Auszeichnung für Augsburg.

Bayerns Kunstminister Bernd Sibler würdigte die Ernennung Augsburgs als "großartige Auszeichnung, die das Engagement der Stadt belohne und gleichzeitig den Kulturstaat Bayern noch sichtbarer mache". Augsburgs Aufstieg und Wohlstand hänge eng mit dem System zur Wasserversorgung zusammen. Die Aufnahme in die Welterbeliste mache deutlich, wie wertvoll diese kulturelle Errungenschaft und hohe technische Leistung sei, so Sibler.

Mit Blick auf die nun acht Welterbestätten betonte Sibler den kulturellen Reichtum im Freistaat. Unsere Denkmäler zu erhalten, bedeute einen Teil unserer Geschichte und Identität für unsere nachfolgenden Generationen zu bewahren, so der Kunstminister.

Weltkulturerbe auch Fortschritt für den Tourismus in Augsburg

Auch der Augsburger SPD-Landtagsabgeordnete Harald Güller äußerte seine Freude mit den Worten "Wir sind Weltkulturerbe". Der Titel werde die Stadt touristisch nach vorne bringen, denn Augsburg ziehe nun gleich mit der Hamburger Speicherstadt und der Berliner Museumsinsel. Er freue sich, dass das Thema Wasser mit all seinen Facetten überzeugt habe, so Güller weiter.

© Thomas Weitzel/Stadt Augsburg

Dr. Birgitta Ringbeck / Auswärtiges Amt (li.), Thomas Weitzel/Augsburger Kulturreferent (Mitte), Stefan Krawielicki/ Deutscher Unesco-Botschafter

© Thomas Weitzel/Stadt Augsburg

UNESCO-Komitee in Baku während der Entscheidung

© Sophia Henze / Augsburg Marketing

Unesco-Postkarte der Stadt Augsburg

© Kanu Schwaben/ Marianne Stenglein

Spontanfeier der Schwabenkanuten am Eiskanal

© Kanu Schwaben/ Marianne Stenglein

Erste, spontane UNESCO-Feier mit den Schwabenkanuten und Eva Weber, 2. Bürgermeisterin Augsburg (Mitte)

Wasserwirtschaft in Augsburg: 22 Stationen von den Römern in die Gegenwart

Zum Weltkulturerbe in Augsburg zählen nun 22 Stationen, die sich über das ganze Stadtgebiet verteilen. Anhand der Stationen lässt sich der Weg des Wassers von den Quellflüssen im Augsburger Stadtwald, über die Kanäle und Prachtbrunnen in der Innenstadt bis zum Wasserkraftwerk am Zusammenfluss von Lech und Wertach verfolgen. Gleichzeitig zeigen die Stationen Augsburgs reiche Geschichte von den Römern über den wirtschaftlichen Aufstieg durch die Textilindustrie bis zur heutigen nachhaltigen Energiegewinnung durch Wasserkraft.

UNESCO-Postkarte und Welterbe-Joggingstrecke

Um die Freude über den neuen Titel zu teilen, hat Augsburg Marketing zusammen mit dem städtischen UNESCO-Projektbüro Postkarten entworfen, die die Augsburger bald in die ganze Welt verschicken können. Die Karten sind ab Montag, 8.7. in der Bürgerinformation am Rathausplatz kostenlos erhältlich.

Ab sofort sind die Augsburger Welterbestätten auch laufend zu erkunden. Gemeinsam mit der ehemaligen Profi-Triathletin Katja Mayer wurden vier Jogging-Strecken erstellt, auf denen man insgesamt 16 der 22 Stationen des Augsburger Wassersystems entdecken kann. Die Strecken sind sowohl für Anfänger, also auch Profis geeignet.

Für Ekkehard Schmölz, Leiter von Augsburg Marketing, sind die beiden Aktionen eine Herzensangelegenheit:

" Wir möchten, dass das Produkt "Augsburg" von allen Menschen, die in unserer Stadt wohnen, mitgetragen und auch gelebt wird. Lasst es uns gemeinsam nach außen zeigen, wie schön und lebenswert unsere Stadt ist." Ekkehard Schmölz, Augsburg Marketing

Glückwünsche von Claudia Roth

Die Augsburger Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth, hat ihre Freude so ausgedrückt:

"Ich freue mich riesig über die Entscheidung der UNESCO-Kommission, die historische Wasserwirtschaft der Stadt Augsburg zum UNESCO-Weltkulturerbe zu erklären. Das ist eine wunderbare Anerkennung für diese vielfältige, spannende Stadt." Claudia Roth, Bundestagsvizepräsidentin (Grüne)

Ein zentrales Ziel der Vereinten Nationen sei es, allen Menschen weltweit bis zum Jahr 2030 den Zugang zu sauberem Wasser zu sichern. Der Welterbetitel könne da Ansporn sein, auch von kommunaler Ebene aus weiter dazu beizutragen, Anregungen und Innovationen beizusteuern. Gleichzeitig dankte sie allen Akteurinnen und Akteuren, die in jahrelanger Arbeit die Augsburger Bewerbung ausgearbeitet haben.

"Was für ein Kraftakt, was für ein Erfolg." Claudia Roth, Bundestagsvizepräsidentin (Grüne)
© BR

Überzeugt hat das Unesco-Welterbekomitee vor allem die mittelalterliche Ingenieursleistung, so BR-Reporter Andreas Herz. Das historische Wassermanagementsystem Augsburgs schaffte es auf die Liste des Welterbes.