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Der Winterdienst in Kempten im Allgäu transportiert Schneemassen aus der Fußgängerzone ab.
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Florian Regensburger
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Der Winterdienst in Kempten im Allgäu transportiert Schneemassen aus der Fußgängerzone ab.

In Kempten im Allgäu konnte der Winterdienst in den vergangenen Tagen nicht mehr das gesamte Stadtgebiet bedienen. Man konzentrierte sich auf Hauptstraßen und gefährliche Hanglagen. Heute machen die starken Schneefälle der letzten Tage vorübergehend Pause - Zeit, um etwa die Fußgängerzonen und kleinere Straßen und Gassen von den Schneemassen zu befreien. Das ist die Strategie in vielen Allgäuer und schwäbischen Städten und Gemeinden heute, ehe es ab Samstagabend wieder richtig viel schneien soll, und zwar bis Dienstag früh.

Tauwetter bringt Lawinengefahr

Gleichzeitig sorgen Tauwetter und teilweise Regen für eine erhöhte Lawinengefahr in den Alpen. Nach wie vor gilt in den gesamten Allgäuer und Ammergauer Alpen die Warnstufe drei, also "erhebliche" Lawinengefahr. Wintersportlern wird daher dringend geraten, sich mit Skiern oder Snowboard nur auf markierten und präparierten Trassen zu bewegen. Etwa am Nebelhorn in Oberstdorf wurden wie in weiten Teilen der ganzen bayerischen Alpen in den vergangenen Tagen vorsorglich in abgesperrten Bereichen Lawinen mit Sprengladungen ausgelöst, um sie gesichert abzulassen.

Fernpass bis Donnerstag gesperrt

Auch der Verkehr leidet weiter unter den winterlichen Bedingungen. So ist mit dem Fernpass in den Tiroler Alpen seit Mitternacht eine der wichtigsten Auto-Reiserouten zwischen Deutschland und Österreich gesperrt. Die Sperre soll mindestens bis Dienstagabend (15.1.) gelten. Es wird bereits am heutigen Samstag mit kilometerlangen Staus gerechnet. Da auch die meisten kleineren Grenzübergänge gesperrt sind, ist eine Umfahrung nur über Vorarlberg oder über die Inntalautobahn möglich.

In ganz Schwaben kam es in der vergangenen Nacht wieder zu zahlreichen Verkehrsunfällen aufgrund von Schnee und Eis, teilten die Polizeidienststellen mit.

Züge verspäten sich und fallen aus

Genauso stark wie der Auto- ist auch der Bahnverkehr von den ungewöhnlich starken Schneefällen der letzten Tage betroffen. Die Strecken Kempten-Reutte/Tirol und Immenstadt-Oberstdorf bleiben nach Angaben der Deutschen Bahn noch bis einschließlich Donnerstag (17.1.) komplett gesperrt. Es gibt aber einen Schienenersatzverkehr mit Bussen. Auf vielen weiteren Zugstrecken im Allgäu kann es am Wochenende zu witterungsbedingten Verspätungen kommen. Die Verbindungen zwischen Lindau und Memmingen sowie zwischen Augsburg und Dinkelscherben, wo gestern Abend nichts mehr ging, konnten dagegen wieder aufgenommen werden.

Starke Schneefälle bis Dienstag erwartet

Laut dem BR-Wetterexperten Michael Sachweh ist ab Samstagabend bis einschließlich Dienstagmorgen mit sehr starken Schneefällen im gesamten Alpenraum, in niedrigeren Lagen auch mit Regen zu rechnen. Der Regen und das zwischenzeitliche Tauwetter führen zu sehr schwerem und teilweise hartem Schnee. Dieser kann weiterhin Bäume zum Einsturz bringen, aber auch zum Beispiel Hausdächer. Zahlreiche Turn- und andere öffentliche Hallen in Schwaben sind deshalb momentan bis auf Weiteres gesperrt. Privatleute sollten, wo gefahrlos möglich, vor allem Flachdächer vom Schnee befreien.

Autodächer müssen freigemacht werden

Die Polizei weist darauf hin, dass der schwere Schnee dringend vor jeder Abfahrt auch von Autodächern zu entfernen ist, da bei der Fahrt herabfallende Brocken nachfolgende Fahrzeuge wie Geschosse treffen könnten.