BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Aufgeschobene Operationen im Klinikum Fürth werden nachgeholt | BR24

© BR

Nach Beginn der Corona-Krise mussten auch am Klinikum Fürth viele Operationen verschoben werden. Seit ein paar Wochen läuft das Krankenhaus aber wieder im Normalbetrieb - und nun haben die Operateure alle Hände voll zu tun.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Aufgeschobene Operationen im Klinikum Fürth werden nachgeholt

Bundesweit sind nach Angaben der deutschen Krankenhausgesellschaft rund 900.000 Operationen weniger durchgeführt worden als vor Corona. Auch in Fürth mussten in den vergangenen Monaten viele Eingriffe verschoben werden.

Per Mail sharen

Die Fürther Klinik war wie viele andere Krankenhäuser seit März geblockt für die Aufnahme von Corona-Patienten. Seit ein paar Wochen läuft auch das Klinikum Fürth wieder im Normalbetrieb. Nun müssen die geplanten Operationen, die in Corona-Zeiten nicht durchgeführt werden konnten, nachgeholt werden.

Krebspatient vor OP mit Corona infiziert

Detlev Ploner hat einen Termin für die Vorbesprechung seiner Krebs-Operation. Bei dem 66-Jährigen wurde Anfang des Jahres ein bösartiges Magen-Karzinom festgestellt. Eigentlich hätte das Krebsgeschwür längst operativ entfernt sein sollen. Doch mitten in der Chemo, die Ploner vor der OP durchlaufen muss, steckte sich der Fürther mit Corona an.

Vier Wochen lag er auf der Isolierstation, bis er die Corona-Infektion überstanden hatte. Erst dann konnte die Chemo fortgesetzt werden. Für den Patienten eine schwierige, beunruhigende Zeit. Immer wieder habe er Angst gehabt, der Termin für die Operation könnte sich noch einmal verschieben, erzählt er.

OP mit vier Wochen Verspätung

Seine Ärztin, Dr. Katica Krajinovic, kann den Patienten beruhigen. Alle nötigen Untersuchungen wurden durchgeführt, um ganz auf Nummer Sicher zu gehen. "Wir haben eine Lungenfunktionsprüfung gemacht, nachdem der Patient zweifach vorgeschädigt ist", erklärt Krajinovic. Zum einen hatte Detlev Ploner bereits eine Lungenoperation durchführen lassen müssen, zum anderen kam jetzt die Corona-Erkrankung dazu. Mit vier Wochen Verspätung kann Ploner nun endlich operiert werden. Wegen der Corona-Infektion müssen die Mediziner bei ihm besonders vorsichtig agieren.

Operationen in der Warteschlange

Allein im Klinikum Fürth sind zwischen Mitte März und Mitte Juni rund 1.500 Operationen nicht durchgeführt worden, das bedeutet, 40 Prozent der Eingriffe mussten verschoben werden. Jetzt, nachdem die erste Corona-Welle überstanden zu sein scheint, müssen diese OPs nachgeholt werden. Das wird noch Monate dauern, erklärt Manfred Wagner, Medizinischer Direktor des Klinikums Fürth.

In allen Abteilungen soll so schnell wie möglich wieder Normalzustand einkehren, aufgeschobene Eingriffe möglichst zeitnah durchgeführt werden. Eine logistische Herausforderung.

Ein Vorteil: Überstunden wurden abgebaut

Während der Corona-Zeit konnten Überstunden abgebaut werden. Das ergab sich aus der Patienten-Reduzierung der Abteilungen und den verschobenen OPs. Auf der anderen Seite gab es aber auch Bereiche, die stark belastet waren, erklärt der Ärztliche Direktor des Klinikums Fürth.

"Wenn wir jetzt wieder aufholen müssen, kann es zum Teil auch sein, dass wir das wieder mit Mehrarbeit ausgleichen müssen." Manfred Wagner, Medizinischer Direktor Klinikum Fürth

Detlev Ploner wird am Donnerstag operiert. Er hofft, dass er den Krebs dann endgültig überstanden hat.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!