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Zuckerrüben werden verladen
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Autoren

Barbara Markus
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Zuckerrüben werden verladen

An den verbleibenden Südzucker-Standorten werden Möglichkeiten zur Kosteneinsparung geprüft, so heute ein Unternehmenssprecher. So gebe es beispielsweise für Ochsenfurt einen Einstellungsstopp in der Verwaltung. Aktuell hat das Werk 330 Beschäftigte. Ob alle Arbeitsplätze langfristig gesichert sind, dazu könne aktuell noch keine Aussage getroffen werden.

Mögliche Schließung wäre ein Desaster gewesen

Bürgermeister Juks zufolge wäre die Schließung der Zuckerfabrik einem Desaster gleichgekommen. Was die Gewerbesteuer betrifft, so habe sich die Stadt Ochsenfurt aufgrund der Entwicklungen auf dem Zuckermarkt bereits auf Mindereinnahmen von Südzucker eingestellt. "Das ist für uns nicht überraschend", räumte er ein.

Gute Nachrichten für fränkische Zuckerrübenbauern

Der Verband der fränkischen Zuckerrübenbauern sieht sich durch die Konzernentscheidung in seiner Einschätzung bestätigt, dass Ochsenfurt zu den profitablen Standorten zählt und deshalb hier auch weiter in Volllast produziert wird. Das Werk weniger auszulasten, würde die Produktion nur verteuern. Für die 3.500 Vertragsanbauer in Unter-, Mittel- und Oberfranken bedeutet der Fortbestand, dass sie wohl auch heuer auf insgesamt 26.300 Hektar Zuckerrüben anbauen werden. 85 Prozent der Felder liegen in einen Radius von 60 Kilometern um Ochsenfurt, sodass kurze Anfuhrwege die Produktion verbilligen.

Zuckersilos in Zeil am Main werden weiter genutzt

Dass Ochsenfurt nicht stillgelegt wird, bedeutet auch für Zeil am Main im Landkreis Haßberge, dass dort vorhandene Lagerkapazitäten der Südzucker AG weiter ausgelastet werden. Hier stand bis 2001 eine Zuckerfabrik. Neue Silos in Ochsenfurt zu bauen, käme weit teurer, so der Verband. Außerdem liege einer der Hauptabnehmer für fränkischen Rübenzucker in unmittelbarer Nähe zu Zeil am Main: Die Produktionsanlagen von Coca-Cola in Knetzgau im Landkreis Haßberge.

Hintergrund

Wie der Konzern in Mannheim mitgeteilt hatte, sind alle drei bayerischen Standorte gesichert. Von insgesamt neun Zuckerfabriken in Deutschland werden allerdings zwei stillgelegt: in Warburg und Brottewitz. Wie berichtet schreibt die Südzucker AG aufgrund der niedrigen Zuckerpreise auf dem Weltmarkt Verluste in dreistelliger Millionenhöhe. Das soll durch Kapazitäts- und Personalabbau aufgefangen werden.