BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Auf der Suche nach Normalität: Schulen in Bayern wieder offen | BR24

© picture alliance/ Sven Hoppe

Unterricht am Lise-Meitner-Gymnasium in Unterhaching

13
Per Mail sharen

    Auf der Suche nach Normalität: Schulen in Bayern wieder offen

    Nach sechs Wochen Zwangspause wegen des Coronavirus öffnen die Schulen wieder für ihre Abschlussklassen. An Unterricht mit Mundschutz und Abstandsgebot müssen sich Schüler und Lehrer erst gewöhnen.

    13
    Per Mail sharen

    Aufregend und irgendwie anders war es für die bayerischen Schülerinnen und Schüler, als sie heute nach der Corona-Zwangspause "endlich" wieder in ihr Klassenzimmer zurückkehren durften. Nach dem wochenlangen mehr oder weniger erfolgreichen Homeschooling ist auch Abiturient Felix Aust aus Veitshöchheim bei Würzburg nun froh, wieder in die Schule gehen zu können. Gleichzeitig macht er sich Sorgen wegen der potentiellen Ansteckungsgefahr, die durch den Kontakt mit Mitschülern von ihm ausgeht.

    "Es war irgendwie schon schön, die Freunde mal wieder zu sehen. Aber ich habe auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen, weil ich weiß, dass allein bei mir im Freundeskreis fünf Personen sind, die entweder selber Vorerkrankungen haben oder deren Eltern zur Risikogruppe gehören." Felix Aust, Abiturient aus Würzburg

    An normalen Unterricht ist nicht zu denken

    Nach der Corona-Zwangspause ist alles anders. Schließlich müssen die Abstands- und Hygiene-Regeln eingehalten werden. Maximal 15 Schüler sind in einem Klassenzimmer, damit der Mindestabstand von 1,5 Meter zwischen den Schülern und Lehrern eingehalten werden kann. Außerdem gibt es angepasste Stundenpläne. Der Fokus liegt auf den Kern- und Prüfungsfächern, alles andere wird nur so unterrichtet, wie es möglich ist.

    Kultusminister zufrieden mit erstem Schultag

    Zum heutigen Schulbeginn in Bayern hat Kultusminister Michael Piazolo das Lise-Meitner-Gymnasium in Unterhaching besucht. "Mir war es wichtig, dass unsere Schüler dieses Jahr auch die Chance haben, ihre Abschlüsse zu bekommen", sagt Piazolo. Gleichzeitig sei die diesjährige Prüfungssituation natürlich eine Doppelbelastung:

    "Da ist man immer nervös, immer etwas angespannt. Und nun kommt auch noch Corona dazu. Deshalb ist es wichtig, jetzt eine Phase des Ankommens zu haben und sich dann auf die Prüfungen zu konzentrieren." Michael Piazolo, Bayerischer Kultusminister (FW)

    Keine Maskenpflicht an Schulen

    Eine Maskenpflicht besteht an Schulen nicht. Aber Kultusminister Piazolo empfiehlt, in bestimmten Situationen Masken zu tragen – etwa beim Ankommen in der Schule oder auf dem Weg zur Toilette. Seltsam und spannend war der erste Schultag auch für Heinz-Peter Meidinger, Schulleiter am Robert-Koch-Gymnasium in Deggendorf und Präsident des Deutschen Lehrerverbandes.

    "Wir haben auch nicht gewusst, in welcher Stimmung kommen die Schüler alle, die Abiturienten, passt das alles mit den Hygienebedingungen. Kriegen wir das hin? Wir haben das hingekriegt mit den Abstandsregelungen. Wir haben auch die Starter-Packs bekommen in Bezug auf den Mundschutz. Wir haben auch den Eindruck, dass sich die Abiturienten wieder fokussieren auf die Prüfungen. Deswegen bin ich zuversichtlich, dass die Abiturienten und Lehrkräfte auch dieses Corona-Abitur gut hinkriegen." Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands

    Abitur-Stress statt Sommerferiengefühl

    Einfach nur komisch war der erste Schultag für die Deggendorfer Schülerin Theresa Sixt. Mit Mundschutz und Abstand halten. Und die Lernmotivation sei auch nicht mehr dieselbe nach der Corona-Zwangspause, sagt die Abiturientin.

    "In der Schule ist es man einfach gewohnt, zu seinen Freunden zu gehen, sie zu umarmen, aber nicht auf zwei Meter Abstand mit denen zu reden. Es ist einfach nur merkwürdig. Und vor allem, dass wir diese sechs Wochen frei gehabt haben. Das war dieses richtige Sommerferiengefühl. Und jetzt heißt es, du sollst richtig viel fürs Abitur lernen. Die Motivation ist für mich gefühlt komplett verschwunden eigentlich über die sechs Wochen." Theresa Sixt, Abiturientin

    Noch drei Wochen bis zum Abitur

    Gut drei Wochen haben Theresa Sixt und die anderen bayerischen Abiturienten noch Zeit zum Lernen. Am 20. Mai starten die Prüfungen. Die Mittelschulen schreiben am 6. Juli die Abschlussarbeiten, die Fachoberschulen sowie Berufsoberschulen ab dem 18. Juni und die Realschulen ab dem 30. Juni. Frühestens in zwei Wochen sollen dann die Jahrgänge in die Schule gehen dürfen, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen. Für alle anderen bleiben die Schulen bis auf weiteres geschlossen.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!