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Audi: Viele Fragen vor der Betriebsversammlung | BR24

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Im O-Ton: Scherm-Betriebsratschef Lothar Klaritsch zu den Gerüchten um eine Schicht-Streichung bei Audi

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Audi: Viele Fragen vor der Betriebsversammlung

Die Audi-Beschäftigten sollen am Mittwoch über die neue Unternehmensstrategie informiert werden. Danach will Audi deutlich mehr E-Autos bauen. Der Betriebsrat ist zuversichtlich. Doch zentralen Fragen sind offen und ein Gerücht sorgt für Unruhe.

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Audi will am Nachmittag die rund 44.000 Beschäftigten über die Zukunft des Unternehmens informieren. Im Zentrum steht die neue Unternehmensstrategie, die Audi-Chef Bram Schot im Mai auf der Hauptversammlung vorgestellt hatte. Sie setzt auf Nachhaltigkeit und schraubt dafür die Elektro-Ziele nach oben. Der Betriebsrat hält dies für realistisch. Wichtige Fragen sind jedoch nach wie vor offen. Und ein Gerücht sorgt nicht nur bei einem Zulieferer für große Sorgen.

Audi-Parole: "Zuversicht"

Trotz schlechter Absatz- und Produktionszahlen lautet bei Audi die Parole "Zuversicht". Nach den Jahren der Krise will der Betriebsrat "nach vorne" blicken. So drückt es der Sprecher der Arbeitnehmervertretung, Ralf Mattes, im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk aus. Grund dafür ist die neue Strategie der Unternehmensleitung. Sie setzt künftig auf Nachhaltigkeit und schraubt dafür die Elektro-Ziele nach oben. Audi will sehr schnell sehr viel mehr E-Autos bauen. Diese Ansage von Audi-Chef Schot hält der Betriebsrat für "realistisch, realisierbar und in sich schlüssig", so Sprecher Mattes.

Zentrale Fragen offen

Doch zentrale Fragen sind nach wie vor offen: Wie lastet diese Strategie die Audi-Werke in Ingolstadt und Neckarsulm aus? Welche Autos sollen wo und wie gebaut werden? Mit welchem Volumen? Und: Wo finden sich die Beschäftigten wieder in diesem Prozess der Transformation? Über all diese Fragen laufen derzeit Verhandlungen zwischen der Unternehmensspitze und dem Betriebsrat. Detaillierte Antworten gibt es bislang keine.

Betriebsrat fordert Beschäftigungsgarantie bis 2030

Eine wichtige Forderung des Betriebsrates ist auch, die Beschäftigungsgarantie bei Audi von derzeit 2025 auf 2030 zu verlängern, schließlich wurde die Beschäftigungsgarantie bei der Konzernmutter VW bereits auf 2029 erhöht.

Gerücht: Wird Wechselschicht gestrichen?

Unterdessen kursiert in Ingolstadt das Gerücht, Audi werde ab Herbst eine Wechselschicht streichen. Während Sprecher des Unternehmens und des Betriebsrats das "als reine Spekulation" kommentieren, thematisiert der Audi-Kontraktlogistiker Scherm diesen möglichen Schichtentfall bei Audi offensiv.

Scherm-Betriebsrat fürchtet Entlassungen

Bei der Scherm-Betriebsversammlung, die ebenfalls heute stattfindet, will der Betriebsrat die Belegschaft auf mögliche betriebsbedingte Entlassungen ab Herbst vorbereiten. Gesprächstermine mit der Scherm-Geschäftsführung seien für Juli bereits anberaumt. Nach Einschätzung des Scherm-Betriebsratschefs könnten 60 bis 89 Arbeitsplätze wegfallen.

Scherm hat seinen Werkssitz direkt vor den Audi-Werkstoren und hat derzeit 750 Beschäftigte, davon 113 Leiharbeiter. Schon ohne eine weitere Streichung produziert Audi in diesem Jahr so wenig wie seit Jahren nicht mehr. Nach internen Prognosen rechnet das Unternehmen damit, dass am Standort Ingolstadt in diesem Jahr weniger als 450.000 Autos vom Band laufen werden.