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Museum in Ingolstadt: Audi erinnert an Zwangsarbeiter | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Das Logo der "Auto Union", Vorgängerunternehmen von Audi.

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Museum in Ingolstadt: Audi erinnert an Zwangsarbeiter

Automobilbauer Audi stellt sich 74 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges einem dunklen Kapitel der eigenen Geschichte. Das Vorgängerunternehmen beschäftigte Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge für die Produktion von Panzermotoren und Torpedos.

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Sie sind Opfer des NS-Regimes und mussten während des Zweiten Weltkriegs beim Audi-Vorgängerunternehmen "Auto Union AG" schuften: Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge berichten künftig als Zeitzeugen im Audi-Museum in Ingolstadt. Bei der heutigen Eröffnung der sogenannten Zeitzeugen-Medienstation wird die 89-jährige ehemalige Zwangsarbeiterin und KZ-Insassin Helga Kinsky ihre Geschichte erzählen.

Tausende Zwangsarbeiter starben

In mehreren Außenlagern des Konzentrationslagers Flossenbürg beschäftigte die "Auto Union AG" viele tausende Zwangsarbeiter. Als besonders grausam galt das Außenlager Leitmeritz, das heutige Litomerice in Tschechien. Dort mussten geschätzte 14.000 bis 18.000 Zwangsarbeiter unter menschenunwürdigen Umständen ab 1944 unterirdische Stollen für die Produktion von Panzermotoren graben. Tausende Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge starben.

Eine Studie zur Audi-Geschichte erschient 2014

Audi begann aus Sicht von Experten spät mit der Aufarbeitung seiner dunklen Vergangenheit. Das hatte dem Unternehmen viel Kritik eingebracht. Eine Studie zur eigenen Geschichte erschien erst 2014.

Bei der Forschung unterstützte der Leiter der Gedenkstätte Flossenbürg, Jörg Skriebeleit. Aufgrund der Studie wandte sich das Unternehmen von Audi-Gründervater Richard Bruhn ab, der im Zweiten Weltkrieg die "Auto Union AG" leitete. Eine nach ihm benannte Straße in Ingolstadt und die Audi-Pensionskasse bekamen neue Namen. Texte im Museum und Internet wurden geändert.

Dunkle Vergangenheit: Audi-Mitarbeiter werden informiert

Wie Audi-Sprecher Peter Kober dem Bayerischen Rundfunk sagte, will Audi die Aufklärung und die Arbeit fortsetzen. Das Unternehmen stelle sich der Verantwortung. Das sei gerade in der jetzigen Zeit besonders wichtig, so Kober. Viele junge Mitarbeiter werden in Workshops und bei Besuchen in der Gedenkstätte Flossenbürg mittlerweile über die dunkle Vorgeschichte von Audi aufgeklärt.