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Audi: Betriebsratschef fordert "Ende der Verunsicherung" | BR24

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Auf der Betriebsversammlung am Mittwoch stellte Audi seine Pläne vor, künftig stärker auf Elektroautos zu setzen. Wie sich das auf die Werkauslastung auswirkt, blieb unklar.

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Audi: Betriebsratschef fordert "Ende der Verunsicherung"

Nicht ausgelastete Werke, Personalabbau, Unklarheit über die Modellpalette: Auf der Betriebsversammlung hat Audi-Betriebsratschef Mosch vom Vorstand "ein Ende der Verunsicherung" und klare Aussagen zur Zukunft der Produktionsstandorte gefordert.

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E-Mobilität, Digitalisierung, Werkbelegung und die künftige Produktpalette: Unter dem Titel "Audi.Zukunft" besprechen Vorstand und Betriebsrat diese Fragen seit zwei Jahren. Dass noch immer kein Ergebnis vorliegt, prangerte Betriebsratschef Peter Mosch auf der Audi-Betriebsversammlung am Mittwoch in Ingolstadt an.

Mosch forderte "ein Ende der Verunsicherung" und endlich klare Aussagen zur Standortzukunft. Das machte der Arbeitnehmervertreter am Mittwoch auf der Audi-Betriebsversammlung deutlich. Den 44.000 Beschäftigen bei Audi in Ingolstadt macht die mangelnde Auslastung der Produktion zu schaffen.

Werke sind nur zu 65 bis 70 Prozent ausgelastet

Nach internen Informationen laufen die Bänder in Ingolstadt zu 30 Prozent leer. Im zweiten deutschen Werk, in Neckarsulm sind es sogar gut 35 Prozent . Als "unterirdisch" wird diese Auslastung in einem internen Papier bezeichnet. Eine der großen, offenen Zukunftsfragen ist deshalb, mit welchen Modellen künftig die Absatzzahlen wieder steigen und damit auch die Bänder wieder ausgelastet werden können.

Audi-Vorstand will mehr Elektroautos anbieten

Umstritten ist auch die Unternehmensstrategie, künftig konsequent auf elektrische Antriebe zu setzen. Audi will bis 2025 insgesamt 20 rein elektrische Modelle auf den Markt bringen. Derzeit ist nur eines der 63 Audi-Modelle ein Elektroauto.

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Auf der Betriebsversammlung am Mittwoch stellte Audi seine Pläne vor, künftig stärker auf Elektroautos zu setzen.

Aufspaltung der Produktion nach Antrieben ist hoch umstritten

Geht es nach Plänen der Chefetage könnte die Ausrichtung auf die E-Mobilität zu einer Aufspaltung der Produktion nach Antrieben führen. Nach der favorisierten Hopp- oder Top-Lösung würde künftig eines der beiden deutschen Werke, wohl in Ingolstadt, künftig nur noch E-Autos bauen und der andere Audi-Standort in Neckarsulm ausschließlich Verbrenner produzieren.

Dieser Plan stößt beim Betriebsrat auf massiven Widerstand. Wie Betriebsratschef Peter Mosch betont, wollen die Arbeitnehmer weiterhin in beiden Werken zweigleisig fahren, denn noch ist völlig offen, welcher Antrieb tatsächlich beim Kunden ankommt. Alles auf eine Karte, E-Mobilität oder Verbrenner zu setzen, könnte gefährlich sein und auf die Belegschaft durchschlagen. Eine endgültige Entscheidung zum Thema E-Mobilität steht noch aus.

Frei werdende Stellen werden nicht nachbesetzt

Dass der Spitzenwert von 45.000 Beschäftigten bei Audi in Ingolstadt nicht zu halten ist, wurde bei der Betriebsversammlung deutlich. Schon seit geraumer Zeit schrumpft die Belegschaft, weil die Stellen ausscheidender Mitarbeiter nur noch zum Teil nachbesetzt werden. Das wird auch noch so weitergehen. Wie Personalvorstand Wendelin Göbel auf der Betriebsversammlung erklärte, werde Audi die "demographische Entwicklung" nutzen.

Betriebsrat fordert längere Beschäftigungsgarantie

Um die Unsicherheit unter der Belegschaft zu senken, forderte Betriebsratschef Peter Mosch deshalb die Verlängerung der Beschäftigungsgarantie von derzeit 2025 auf 2030. Die nächste Betriebsversammlung findet am 9. Dezember statt.