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Auch Tiere können Sonnenbrand bekommen | BR24

© pa/dpa/Bildagentur-online

Kuh mit Kalb auf Wiese

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    Auch Tiere können Sonnenbrand bekommen

    Viele Tiere dürfen jetzt wieder auf die Weide. Das bedeutet: mehr Tierwohl als im Stall. Aber ähnlich wie wir Menschen können auch Nutztiere Sonnenbrand bekommen. Bestimmte Pflanzen im Futter erhöhen dieses Risiko.

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    Nur die wenigsten Hausschweine in Bayern dürfen auf die Weide. Aber wenn Ferkel das erste Mal nach draußen kommen, suchen sie sich gerne ein sonniges Plätzchen. "Manche verhalten sich da ähnlich unvernünftig wie Briten und Deutsche im Mallorca-Urlaub“, sagt Anja Rostalski vom Tiergesundheitsdienst Bayern.

    Die Tiere sind von Licht und frischer Luft so begeistert, dass sich einige stundenlang in die pralle Sonne legen. Weil ihre Haut daran nicht gewöhnt ist, können sie, genau wie Menschen, einen Sonnenbrand bekommen. Bei Hausschweinen werden als erstes der Rücken und die Ohren rot. In ernsten Fällen bekommen die Tiere sogar Fieber.

    Schweinehalter Adolf Bauer aus Buchbach bei Mühldorf am Inn hat sogar schon in Erwägung gezogen, seine Ferkel mit Sonnencreme einzuschmieren. Richtig praktikabel sei das aber nicht. Seiner Erfahrung nach kommen die Tiere schon bald selbst zurecht: "Nach einer gewissen Zeit lernen sie, unter freiem Himmel bei praller Sonne aufzupassen." Und wenn sie regelmäßig draußen sind, werde die helle Schweinehaut auch robuster.

    Sonnenschutz für Kälber

    Bei Rindern dagegen ist Sonnenbrand eher selten. Aber wenn im Frühjahr die UV-Strahlung zunimmt und die Kühe wieder auf die Weide dürfen, kann es durchaus sein, dass im Bereich von Nase und Oberlippe oder am Euter Rötungen auftreten, unter denen die Tiere leiden. Deshalb sollten Rinder die Möglichkeit haben, sich in den Schatten zu stellen. Ähnlich wie bei Schweinen sind besonders junge Tiere anfällig: Um Kälber vor zu viel Sonneneinstrahlung zu schützen, empfehlen Experten an der Uni-Klinik für Wiederkäuer in Oberschleißheim, ihnen immer einen überdachten, schattigen Bereich einzurichten.

    Manche Pflanzen erhöhen das Risiko für Sonnenbrand

    Es gibt Faktoren, die das Risiko für Sonnenbrand bei Rindern erhöhen können. So kann es vorkommen, dass Kühe auf der Weide in größeren Mengen bestimmte Pflanzen fressen, die "fotodynamische Substanzen" enthalten und die Kuhhaut lichtempfindlicher machen. Dazu gehören beispielsweise Johanniskraut, Buchweizen oder Deutsches Weidegras. Wenn eine Kuh viel davon gefressen hat und intensiver Sonne ausgesetzt ist, kann es passieren, dass auf hellen Hautpartien verstärkt Sonnenbrand auftritt.

    Tiere mit Leberstörungen sind lichtempfindlicher

    Auch Tiere, die Leberstörungen oder einen starken Leberegel-Befall haben, reagieren sensibler auf UV-Licht. Das liegt dann daran, dass die Leber fotodynamische Komponenten des grünen Pflanzen-Farbstoffs Chlorophyll nicht mehr normal abbaut. Übers Blut können die Substanzen an die Haut gelangen – und die Kuh wird anfälliger für Sonnenbrand. Davon betroffen sind aber auch hier eher unpigmentierte Hautstellen, beispielsweise die weißen Fellpartien bei Fleckvieh. Im Extremfall schält sich an diesen Stellen sogar das Fell.

    Schafe nach dem Scheren vor Sonne schützen

    Auch Schafe können – abhängig von dem, was sie fressen – empfindlich gegenüber Sonneneinstrahlung sein. Ursula Domes vom Tiergesundheitsdienst Bayern zufolge wird das jedoch allenfalls im Herbst zum Thema, "wenn die Wanderschäfer die Reste von Feldern abweiden und die Schafe plötzlich viel ungewohntes und einseitiges Futter haben".

    Viel häufiger tritt Sonnenbrand bei Schafen auf, nachdem sie frisch geschoren wurden. Wenn die "nackten" Tiere UV-Licht ausgesetzt sind, kann es am Kopf und am Rücken Verbrennungen geben. Darum sollten die Tiere bei starkem Sonnenschein nach der Schur erstmal zwei Tage lang im Schatten oder im Stall gehalten werden.

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