BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

Wiederholte Anrufe, Terminverlegungen und Falschbehauptungen: Immer wieder haben die Mitarbeiter in Nürnberger Impfzentren mit Impfdränglern zu tun. Es werde immer öfter und immer aggressiver Druck gemacht, um an den gewünschten Termin zu kommen.

4
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Auch Nürnberger Impfzentren kämpfen mit Impfdränglern

Wiederholte Anrufe, Terminverlegungen und Falschbehauptungen: Immer wieder haben die Mitarbeiter in Nürnberger Impfzentren mit Impfdränglern zu tun. Es werde immer öfter und immer aggressiver Druck gemacht, um an den gewünschten Termin zu kommen.

4
Per Mail sharen
Von
  • Constanze Schulze

Immer mehr Menschen versuchen hartnäckig, an einen Impftermin zu kommen. In der Koordinierungsstelle der Nürnberger Impfzentren treffen täglich bis zu 50 Anfragen und Beschwerden zur Impfterminvergabe ein. Viele Menschen versuchten, durch ständige Anrufe und Nachfragen die Terminvergabe zu beschleunigen, sagte die Sprecherin der Nürnberger Impfzentren Ulrike Goeken-Haidl.

Impfzentren klagen über zunehmende Aggressivität

Viele Impfzentren in Deutschland klagen nach einem Medienbericht über Aggressivität von Impfwilligen und zunehmende Versuche, sich eine vorzeitige Impfung zu erschleichen. Das SWR-Fernsehmagazin "Report Mainz" berichtete von mehreren tausend Fällen.

Sprecherin: "Die Menschen machen Druck"

Goeken-Haidl appelliert an die Bevölkerung, von Beschwerden, Drängeleien und dem massenhaften Vortragen von Neid-Szenarien abzusehen. So werde niemand schneller an einen Termin kommen. "Die Menschen machen Druck, fordern schneller geimpft zu werden, damit sie Familientreffen abhalten und Urlaubsreisen antreten können“, so Goeken-Haidl. Die in Aussicht gestellten Lockerungen für vollständig Geimpfte hätten die Diskussion befeuert, so die Sprecherin. Der Neid auf bereits Geimpfte steige. Es werde in Frage gestellt, ob bestimmte Personen den Impftermin berechtigterweise erhalten hätten.

20 Impfwillige werden täglich abgewiesen

Regelmäßig komme es inzwischen vor, dass Menschen versuchten, sich einen Impftermin zu erschleichen. Diese Personen geben beispielsweise an, dass sie einen Angehörigen pflegen oder die Partnerin schwanger sei. Die Teams in den Impfzentren überprüfen alle Angaben. Bei 1.300 Impfungen täglich müssen sie im Schnitt bis zu 20 Personen abweisen, weil Dokumente und Belege fehlen.

Immer mehr wollen eine frühere Zweitimpfung

Gleichzeitig sei zu beobachten, dass zunehmend Menschen versuchten, ihren Zweitimpfungstermin nach vorne zu verlegen. Immer wieder kämen Anfragen, ob der Abstand der beiden Impfungen nicht verkürzt werden könne, berichtet Goeken-Haidl.

Die Nürnberger Impfzentren weisen darauf hin, dass solche Verschiebungen nicht vorgesehen sind. Impftermine können nur aus dringenden, unaufschiebbaren Gründen verändert werden. Dafür wird ein Attest oder eine Bestätigung des Arbeitgebers benötigt. Auch dringende persönliche Gründe wie ein Todesfall in der engsten Familie seien ein Grund. "Geplante Urlaubsreisen, Familientreffen oder ähnliches sind aber kein Grund, um schneller an einen Impftermin zu kommen oder den Termin umzulegen", so Goeken-Haidl.

© BR
Bildrechte: BR

Auch in Nürnberg versuchen immer mehr Menschen frühzeitig einen Impftermin zu bekommen. Im Impfzentrum gehen täglich bis zu 50 Anfragen und Beschwerden zur Terminvergabe ein.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick - kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!