Manuela Lang aus Heilsbronn ist und bleibt aktive Helferin für's Ahrtal.

Manuela Lang aus Heilsbronn ist und bleibt aktive Helferin für's Ahrtal.

Bildrechte: Manuela Lang
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Auch ein Jahr nach Katastrophe: Ahrtal-Helferin gibt nicht auf

Auch ein Jahr nach Katastrophe: Ahrtal-Helferin gibt nicht auf

Über ein Jahr ist die Flutkatastrophe im Ahrtal her. Aktuell beschäftigen sich Medien eher mit dem Ukraine-Krieg und der Energiekrise. Bei Manuela Lang aus dem Landkreis Ansbach ist das Ahrtal noch Top-Thema. Sie ist auch jetzt noch aktive Helferin.

Manuela Lang deutet bei sich zuhause um sich. "Das alles ist meins, es geht mir gut“, sagt sie. "Doch im Ahrtal, da haben die das nicht." Seit der Flutkatastrophe vor einem Jahr denkt die Heilsbronnerin kaum noch an etwas Anderes. Sie musste helfen, als sie die ersten Bilder sah und heute will sie es immer noch.

Stimmung im Ahrtal nicht gut

Um den Jahrestag der Flut im Ahrtal war Manuela Lang das letzte Mal dort. Die Stimmung beschreibt sie als "nicht so gut". Denn noch immer würden die wenigsten Menschen in ihren Häusern leben. Sie wohnen entweder woanders oder in den Ruinen, die übriggeblieben sind. Die zugesicherte finanzielle Unterstützung der Politik lässt bei vielen Familien auf sich warten, die Bürokratie sei groß, beschreibt sie. Doch um die Situation zu ändern, muss Geld ausgegeben werden.

Gespendet, geschleppt, geräumt

Manuela Lang hat schon viele Wochenenden im Ahrtal verbracht. Das bedeutet 400 Kilometer mit dem Auto hin und wieder zurück. Dorthin hat sie viele verschiedene Essensspenden von regionalen Lebensmittelhändlern mitgebracht, sogar eine Küche von einem Einrichtungshändler organisiert. Aber sie legte auch richtig Hand an, schlief in Bettenlagern. Und auch heute noch hat ihr Engagement nicht nachgelassen. Ihr geht es wie anderen Helferinnen und Helfern vor Ort.

"Wir können uns nicht einfach zurücklehnen und sagen: jetzt war ich schon neun Mal da, jetzt reicht‘s. Nein, es reicht nicht." Manuela Lang, Ahrtal-Helferin

Familie und Freunde machten sich Sorgen

Manuela Langs Mann ist auch zweimal mit ins Ahrtal gefahren, doch ihr Umfeld war nicht von Anfang an begeistert von ihrem Aktionismus. Freunde und Familie hatten Angst, dass sie sich zu stark reinsteigert. Doch als sie das Leid gesehen hatten, machten sie mit, spendeten Dinge für eine große Weihnachtsaktion, aber auch Geld. Manuela Langs Mutter backte 50 Kilogramm Plätzchen – der Erlös aus dem Verkauf ging ins Ahrtal.

Dennoch kam der Punkt, als es zu viel wurde und Manuela Lang sich zurückbesinnen und zur Ruhe kommen musste.

"Fünf Euro Haus"

Ihre Freunde und Familie haben Manuela Langs Aktionismus akzeptiert und unterstützen sie. Denn noch immer schafft die Mittelfränkin Spenden an und macht ihre Herzensangelegenheit publik. Sie brennt, wie sich mit eigenen Worten sagt, für die Aktion "Fünf Euro Haus". Dabei können Menschen spenden – aber nicht an eine Aktion, sondern direkt auf das Konto eines oder einer Betroffenen. Das geht einmalig oder als Dauerauftrag. Die Heilsbronnerin selbst ist Patin der fünfköpfigen Familie Schäfer. Deren Haus muss abgerissen und nun neu gebaut werden. Durch ihre Werbung und Spenden wie Baustoffe, konnte sie den Schäfers schon viel helfen.

"Manuela ackert richtig ran, um Hilfen ranzuschaffen, seien es materielle oder finanzielle. Und so haben wir einen Hilfsfond erhalten, der uns beim Wiederaufbau sehr sehr hilfreich ist." Michael Schäfer, Feuerwehrmann und Flutopfer

Ahrtal-Hilfe bis zum Schluss

Noch vergeht kein Tag, an dem sie nicht ans Ahrtal denkt, sagt Manuela Lang ernst. Sie hilft solange, bis man sie nicht mehr braucht oder will. Egal, wie lange das dauert – das haben die Helferinnen und Helfer versprochen. Michael Schäfer denkt, er kann im nächsten Jahr mit seiner Familie wieder von der Übergangswohnung zurück ins Haus ziehen. Doch bis das Ahrtal wieder das ist, was es mal war, wird es wohl noch einige Jahre dauern.

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