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Baumärkte, Musikschulen und Kosmetikstudios dürfen öffnen | BR24

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Auf der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung verkünden die Minister Herrmann, Holetschek, Aiwanger und Piazolo die wichtigsten Entscheidungen.

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Baumärkte, Musikschulen und Kosmetikstudios dürfen öffnen

Neben Blumenläden und Gartencentern dürfen am kommenden Montag in Bayern auch Baumärkte wieder öffnen - zum Unmut des Nachbarlands Baden-Württemberg. In Kommunen mit niedriger Inzidenz wird zudem Einzelunterricht in Musikschulen möglich.

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Von
  • Petr Jerabek

Das bayerische Kabinett hat weitere Lockerungsschritte beschlossen: Wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) sagte, dürfen ab 1. März im gesamten Freistaat neben Gartencentern, Gärtnereien und Blumenläden auch Baumschulen und Baumärkte wieder öffnen.

Für alle Geschäfte gelten laut Herrmann die gleichen Schutzmaßnahmen wie bisher schon für Supermärkte: Für die ersten 800 Quadratmeter darf ein Kunde pro 10 Quadratmeter hinein, für die Verkaufsfläche darüber hinaus ein Kunde pro 20 Quadratmeter.

Maniküre und Gesichtspflege werden erlaubt

Erlaubt werde auch wieder Fußpflege, Maniküre und Gesichtspflege, kündigte Herrmann an - in Analogie zu den Friseuren, die ebenfalls ab Montag öffnen dürfen. Auf Nachfrage erläuterte der Staatskanzleichef, dass dazu auch Nagelstudios gehörten.

Es gelte hier die Devise, "Gleiches gleich zu behandeln". Erlaubt werden laut Herrmann Dienstleistungsbetriebe, die zum Zweck der Körperhygiene und -pflege nötig seien. Die Maskenpflicht entfällt laut Staatskanzlei bei Kunden nur, "soweit die Art der Dienstleistung sie nicht zulässt (Gesichtspflege)".

Musikschulen dürfen öffnen

In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die 7-Tage-Inidenz unter 100 liegt, wird laut Herrmann ebenfalls ab Montag in Musikschulen Einzelunterricht wieder ermöglicht. Nach Angaben der Staatskanzlei muss dabei der Mindestabstand gewahrt und möglichst eine Maske getragen werden, sofern das beim jeweiligen Musikinstrument möglich ist.

Herrmann: Corona "verzeiht keine Fehler"

Staatskanzleichef Herrmann betonte zugleich, bei Lockerungen müsse man sehr behutsam vorgehen. "Wir sind schlichtweg noch nicht über den Berg. Das Virus gibt nicht auf." Es verbreite sich weiter, es mutiere, und es verzeihe keine Fehler. Die Mutationen setzten sich derzeit im Verhältnis durch. Deswegen dürfe man nun "nicht in eine Öffnungshektik verfallen".

Baden-Württemberg verärgert

Die Landesregierung im Nachbarland Baden-Württemberg zeigte sich verärgert über die Öffnung der Baumärkte in Bayern. Man sei irritiert angesichts der Kehrtwende des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet der Deutschen Presse-Agentur. "Bisher war er immer der harte Hund, jetzt fängt er an, eine Sache nach der anderen Sache zu öffnen", sagte Hoogvliet. "Ich weiß nicht, was das soll."

In Baden-Württemberg sei eine reguläre Öffnung der Baumärkte nicht vorgesehen. Für die Öffnung von Blumenläden ab Montag habe man noch Verständnis, da es sich um verderbliche Ware handle, sagte Hoogvliet. Aber: "Hammer und Farbe verderben nicht so schnell."

Aiwanger hofft auf weitere Lockerungen

Der bayerische Wirtschaftsminister Huber Aiwanger (Freie Wähler) verteidigte die neuen Lockerungen. "Ich glaube durchaus, dass wir mit den entsprechenden Hygienekonzepten, die wie dort anwenden, diese Öffnung mehr als begründen können", betonte er.

Er hoffe, dass die Ministerpräsidentenkonferenz nächste Woche auch Branchen, die "seit November, seit Dezember in den Seilen hängen", eine Perspektive geben werde - dem Handel, dem Tourismus und der Gastronomie. "Ich glaube auch, dass es die richtige Strategie ist, die jetzt auch in Berlin diskutiert worden ist, mit vermehrtem Einsatz von Schnelltests hier Wege freizumachen, Wege freizutesten, die man bisher nicht hatte." Sein Wunsch an die Bundesebene sei, dass Hotels "Richtung Ostern" Gäste mit negativem Corona-Schnelltest empfangen dürfen.

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