BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Attest gegen Maskenpflicht: Missbrauch in Einzelfällen | BR24

© Colourbox.com

Masken hängen auf einer Stange

2
Per Mail sharen

    Attest gegen Maskenpflicht: Missbrauch in Einzelfällen

    Die Maskenpflicht in Geschäften und in Bus und Bahn bleibt in Bayern weiter in Kraft, trotz der jüngsten Lockerungen. Der Großteil der Bürger hält sich auch daran – doch es gibt Ausnahmen.

    2
    Per Mail sharen

    Für manche Menschen ist das Tragen eines Mund-Nasenschutzes eine Qual – und tatsächlich gibt es in Bayern auch die Möglichkeit, sich von der Maskenpflicht befreien zu lassen. "Eine Maske muss ausnahmsweise dann nicht getragen werden, wenn dies aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist", schreibt das bayerische Gesundheitsministerium auf seiner Website. Die entsprechende gesundheitliche Einschränkung muss dann aber durch eine formlose ärztliche Bestätigung nachgewiesen werden, die bei Kontrollen vorzuzeigen ist. Auch behinderte Menschen können beispielsweise mit einem Schwerbehindertenausweis nachweisen, dass eine Gesichtsmaske für sie gesundheitlich nicht zumutbar ist.

    Befreiung von Maskenpflicht wegen Krankheit möglich

    Gleichzeitig gibt die Staatsregierung zu bedenken, dass beispielsweise Asthmatiker, die beim Maskentragen Atemnot verspürten auch zur Corona-Risikogruppe gehören und es nach Möglichkeit vermeiden sollten, sich Situationen mit verstärkter Ansteckungsgefahr auszusetzen. Diese Personengruppe solle überlegen, ob sie "nicht eine andere Lösung für Ihre täglichen Versorgungsgänge finden (z.B. Lebensmittel liefern oder mitbringen lassen)".

    Falsche Atteste sind bisher Einzelfälle

    Nicht für jeden ist das aber möglich. Betroffene klagen zum Teil darüber, dass sie ohne Maske in öffentlichen Verkehrsmitteln schief angeschaut werden.

    Andererseits sind auch falsche Atteste in Umlauf, wenn auch bisher offenbar nicht in großem Umfang. Sowohl bei der Bundespolizei München als auch beim Polizeipräsidium München ist bisher nur jeweils ein solcher Fall aktenkundig. Die Bundespolizei ist für die Sicherheit im Bahnverkehr zuständig. Eine Sprecherin spricht von "Einzelfällen", in denen dubiose Atteste überprüft werden müssten. Gegen einen Arzt aus Kassel, der ein Blanko-Attest zum Herunterladen im Internet angeboten hatte, wird ermittelt. Auch eine 21-Jährige aus Oberfranken, die mit dem falschen Attest unterwegs war, wurde wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt. Es droht ein Bußgeld von 150 Euro.

    Zugbegleiter können Maskenverweigerer rauswerfen

    Zugbegleiter können bei Problemen mit renitenten Fahrgästen auch in Sachen Mundschutzpflicht die Polizei hinzuziehen oder auch den Fahrgast, der das Tragen des Mundschutzes verweigert, von der Fahrt ausschließen. Dieser muss dann an der nächsten Station aussteigen. Die Polizei habe durchaus die Möglichkeit, die Echtheit von Attesten zu überprüfen – durch Rückfrage bei der entsprechenden Praxis und notfalls auch mit einer Befragung des Betroffenen auf der Dienststelle.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!