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Attentäter von Waldkraiburg gesteht Anschlagspläne auf Moscheen | BR24

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Waldraiburger Muslime setzen nach Anschlagsserie auf rasche Aufklärung.

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Attentäter von Waldkraiburg gesteht Anschlagspläne auf Moscheen

Die Anschlagsserie auf türkische Einrichtungen in Waldkraiburg hatte für Entsetzen gesorgt. Nun hat der Tatverdächtige weitere Anschlagspläne gestanden. Der Bundesanwaltschaft zufolge wollte er Moscheen angreifen und deren Imame erschießen.

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Der Attentäter von Waldkraiburg hat gestanden, weitere Anschläge geplant zu haben. Das bestätigte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die die Ermittlungen in dem Fall übernommen hat. Demnach plante der Mann, zwischen dem 15. und 17. Mai mehrere Moscheen des Islamverbands Ditib im Raum Waldkraiburg anzugreifen.

Der 25-jährige hatte darüber hinaus sowohl das türkische Generalkonsulat in München als auch die Ditib-Zentralmoschee in Köln ins Visier genommen. Sein Ziel sei es gewesen, die zuständigen Imame zu erschießen. Für die Angriffe habe er seit Februar Brandvorrichtungen und erhebliche Mengen Sprengstoff hergestellt.

Rohrbomben und Chemikalien sichergestellt

Der Tatverdächtige bezeichnet sich selbst als Anhänger des sogenannten Islamischen Staates und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Er soll seit April in Waldkraiburg (Landkreis Mühldorf am Inn) die Scheiben dreier türkischer Läden eingeworfen und ein Feuer in einem Gemüseladen gelegt haben. Sechs Menschen wurden dabei verletzt.

Vor anderthalb Wochen hatte die Polizei den 25-Jährigen festgenommen und anschließend fast zwei Dutzend funktionsfähige Rohrbomben, kiloweise Chemikalien und eine Pistole bei ihm sichergestellt.

Ditib fordert Aufklärung

Zahlreiche Betroffene, darunter auch der der Geschäftsführer des türkisch-islamischen Ditib-Landesverbands Südbayern, Aykan Inan, fordern eine rasche Aufklärung der Anschlagsserie. Unklar ist weiterhin, ob der mutmaßliche Täter alleine gehandelt hat, oder ob er Unterstützer hatte. Er soll aus Hass auf türkischstämmige Menschen und den türkischen Staat gehandelt haben.

Nach den ersten Anschlägen hatte die oberbayerische Polizei mit der Ditib-Gemeinde in Waldkraiburg ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Türen seien verschlossen gewesen, wenn niemand in der Moschee war. Die Überwachungstechnik wie Kameras samt Aufzeichnungen seien gecheckt worden. Die Polizei sei häufiger Streife gefahren.

Tatverdächtiger besuchte Moschee in Waldkraiburg

Unruhe herrscht derweil in der islamischen Gemeinde in Oberhofen im Landkreis Mühldorf. Der Tatverdächtige soll die dortige Moschee besucht haben. Wie der Vorstand der Moschee dem Bayerischen Rundfunk bestätigte, war es dabei zu einer Meinungsverschiedenheit mit dem zuständigen Imam gekommen. Der 25-Jährige würde nicht in diese Moschee passen, soll der Imam nach dem Treffen berichtet haben.

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Eine Serie von Anschlägen auf türkische Läden in Waldkraiburg soll auf das Konto eines selbsternannten IS-Anhänger gehen. Nun haben sich Deutschlands oberste Ermittler eingeschaltet.

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