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Atommüll-Endlagersuche in Tschechien: Transparenz notwendig | BR24

© picture alliance/dpa/CTK Libor Zavoral

An der Grenze zu Bayern soll in Tschechien, im Böhmerwald, ein Atommüll-Endlager entstehen.

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    Atommüll-Endlagersuche in Tschechien: Transparenz notwendig

    An der Grenze zu Bayern soll in Tschechien, im Böhmerwald, ein Atommüll-Endlager entstehen. Das bayerische Umweltministerium setzt auf ein transparentes Verfahren mit dem Nachbarland. Die Sicherheit der Bevölkerung stehe an erster Stelle.

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    Angesichts der derzeit laufenden Endlagersuche für Atommüll in Tschechien setzt das bayerische Umweltministerium auf ein transparentes Verfahren mit dem Nachbarland.

    Endlagersuche läuft nach "dortigen gesetzlichen Vorgaben"

    Wie ein Sprecher des bayerischen Umweltministeriums auf BR-Anfrage mitteilt, stehe die Sicherheit der Bevölkerung bei der Suche nach einem Endlager nicht nur in Deutschland an erster Stelle. Die strengen Kriterien für die Endlagersuche müssen laut Umweltministerium auch für ein Endlager im Ausland gelten. "Die Endlagersuche in Tschechien läuft nach den dortigen gesetzlichen Vorgaben. Zu allen Fragen der Kernenergie gibt es einen grenzüberschreitenden Austausch mit Tschechien.", so ein Sprecher. Man betone gegenüber der tschechischen Seite immer wieder die Notwendigkeit eines transparenten Verfahrens unter Einhaltung aller internationalen Vorschriften und Sicherheitskriterien.

    Radioaktive Abfälle 500 Meter unter der Erde

    Was die Gegend im Böhmerwald so besonders für die Endlagerbehörde Surao mit Sitz in Prag macht, liegt im Untergrund. Seit Jahrhunderten wird hier Granit abgebaut. Nur wenige Kilometer weiter ist ein Steinbruch noch aktiv in Betrieb. Tief im Gestein, mehr als 500 Meter unter der Erde, so die Überlegungen, könnten die hoch radioaktiven Abfälle aus den Atomkraftwerken Dukovany und Temelin für immer in Beton-Containern abgelegt werden. Auf den Internetseiten der Behörde heißt es unter anderem, das Tiefenlager sei die sicherste Lösung. Demnach produzieren die tschechischen Atommeiler jährlich 80 bis 100 Tonnen an abgebrannten Brennelementen.

    Drei weitere Standorte auf der Liste

    Neben dem Standort im Böhmerwald, der nur 125 Kilometer von Regensburg entfernt ist, sind noch drei weitere im Rennen: Janoch befindet sich beim umstrittenen Atomkraftwerk Temelin in Südböhmen. Horka bei Trebic sowie Hradek bei Jihlava (Iglau) sind jeweils rund 200 Kilometer von Passau entfernt, aber umso näher an Österreich.  Die endgültige Standortwahl soll bis 2025 erfolgen.

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