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Atommüll-Endlager: Wer mitreden will, muss sich anmelden | BR24

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Bei einer bundesweiten Online-Fachkonferenz wird die Suche nach einem Atommüll-Endlager diskutiert.

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Atommüll-Endlager: Wer mitreden will, muss sich anmelden

Wie findet Deutschland sein Atommüll-Endlager? Und wie sind die geologischen Voraussetzungen? Damit befasst sich nächste Woche eine bundesweite Online-Fachkonferenz, an der sich Bürger beteiligen können. Die Anmeldefrist endet heute.

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Von
  • Lorenz Storch

Nach heutigem Stand kommt der Großteil Bayerns für ein Atommüll-Endlager in Frage. Der "Zwischenbericht Teilgebiete" der Bundesgesellschaft für Endlagerung hat zwei Drittel der Landesfläche für prinzipiell geeignet erklärt, ausgenommen vor allem der Alpen und des Großteil ihres Vorlandes. Das war der erste große Schritt im Endlagersuchverfahren. In den kommenden Jahren soll dieses Suchgebiet Stück für Stück verkleinert werden, bis dann im Jahr 2031 ein Endlager-Standort feststeht.

Die Fachkonferenz findet rein digital statt

Eine bundesweit angelegte "Fachkonferenz Teilgebiete" wird dieses Suchverfahren hinterfragen. Sie findet in einer Woche statt (Freitag, 05.02. bis Sonntag 07.02.) – wegen der Corona-Pandemie rein digital im Internet. Teilnehmen kann jeder Bürger, der sich spätestens bis heute Abend angemeldet hat. Auch das geht online hier.

Viele Kommunen schicken Vertreter

Über 1.000 Teilnehmer stehen schon auf der Liste, normale Bürger sind dabei allerdings bisher in der Minderheit. Die größte Gruppe stellen knapp 400 Vertreter von Kommunen und anderen Gebietskörperschaften. Außerdem sind über 100 Verbandsvertreter angemeldet und über 100 Wissenschaftler.

Erst gegenseitiger Austausch, Beschlüsse folgen später

Die Online-Konferenz soll vor allem dem Austausch zwischen den Teilnehmern dienen, Beschlüsse werden diesmal noch nicht erwartet. Denn es wird noch zwei Folgetermine für die "Fachkonferenz Teilgebiete" geben, im April und Juni. Wenn es die Corona-Pandemie erlaubt, werden dazu dann die Teilnehmer zu Präsenzveranstaltungen nach Kassel eingeladen.

Vorträge und Arbeitsgruppen

Bei der Konferenz soll es weniger politisch, sondern eher fachlich zugehen. Geplant sind Freitagabend Vorträge – etwa zu den verschiedenen Arten von Atommüll und dazu, wie strahlende Teilchen sich im Untergrund ausbreiten. Samstags finden parallel verschiedene Arbeitsgruppen statt, zu Themen wie "Datengrundlagen und Transparenz" oder "Verschiedene Konzepte für die Endlagerung". Sonntags wird dann eine Arbeitsgruppe gewählt, die die nächsten Treffen vorbereiten soll.

Konferenzen zu einzelnen Regionen folgen später

Der Fokus der Fachkonferenz ist dabei bundesweit. Es geht nicht um spezifische Fragen zu einzelnen Regionen. Dazu sind dann Regionalkonferenzen geplant – aber erst wenn der Suchbereich für den Endlager-Standort weiter eingegrenzt ist. Ein vorläufiges Programm der Fachkonferenz ist online veröffentlicht.

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