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Atommüll-Endlager in Bayern gilt als unwahrscheinlich | BR24

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Noch ist nicht klar, wo in Deutschland das Endlager für hoch-radioaktive Abfälle entstehen wird. Momentan ist das zuständige Bundesamt auf der Suche danach.

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Atommüll-Endlager in Bayern gilt als unwahrscheinlich

Wohin mit dem strahlenden Müll aus deutschen Atomkraftwerken? Bundesweit wird nach einem geeigneten Standort für ein Endlager gesucht - auch in Bayern. Dass der Atommüll aber tatsächlich im Freistaat landet, erscheint eher unwahrscheinlich.

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Kaum ein politisches Thema ist so heikel wie die Suche nach einem Endlager für Atommüll. Das zuständige Bundesamt organisiert dafür eine Reihe von Informationsveranstaltungen - und die Öffentlichkeit muss draußen bleiben. Umweltschützer sind fassungslos.

Mehrere Veranstaltungen zu Atomlagersuche

Auch in Ulm hat zu dem Thema eine Veranstaltung für Kommunalpolitiker stattgefunden. Das deute jedoch nicht auf einen möglichen Endlager-Standort in Schwaben hin, so das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE). Für Ulm habe lediglich die verkehrsgünstige Lage inmitten Süddeutschlands gesprochen. Außerdem fanden ähnliche Veranstaltungen auch schon in Leipzig, Hamburg und Frankfurt/Main statt.

BfE-Präsident Wolfram König betonte in Ulm, es müsse die Möglichkeit geben, dass die Städte und Landkreise intern über das Thema der Endlagersuche diskutieren können. Wenn die Öffentlichkeit an diesen Veranstaltungen teilnehmen dürfte, könnten die Bürgermeister, Landräte und kommunalen Fachbeamten nicht ganz offen über das Thema reden.

Für die Endlagersuche gilt noch die "weiße Landkarte"

Die Endlagersuche befinde sich nach wie vor im Stadium der "weißen Landkarte". Laut dem BfE gebe es noch keine Ergebnisse, die man vorstellen könnte.

Allerdings galt in der Vergangenheit das Tongestein der Schwäbischen Alb unter Geologen als eine der Gesteinsformationen, die für ein deutsches Endlager in Frage kommen. Die Tonformation liegt zwar zum Großteil in Baden-Württemberg, reicht an der Donau aber ein wenig nach Bayerisch Schwaben hinein.

CSU und FW gegen Endlager in Bayern

Die bayerische Regierung hatte allerdings in der Vergangenheit immer wieder bekundet, Bayern sei kein geeigneter Standort für den Atommüll - zuletzt auch im Koalitionsvertrag zwischen CSU und Freien Wählern (FW): "Wir denken beim Schutz unserer Heimat über Generationen hinaus. Wir sind überzeugt, dass Bayern kein geeigneter Standort für ein Atomendlager ist", heißt es darin.

Politiker und Umweltschützer außerhalb Bayerns hatten sich darüber geärgert, schließlich war Bayern mit seinen vielen Kernkraftwerken ja einer der größten Atommüll-Produzenten. Im Auswahlprozess gilt dennoch ausdrücklich das politische Prinzip eines Neubeginns, bei dem zunächst jeder Standort in Erwägung gezogen wird - die "weiße Landkarte" eben.

Bayerischer Granit zu zerklüftet

Die Geologie Bayerns spricht also zunächst nicht dafür, ein Endlager im Freistaat zu errichten. Untersuchungen in der Vergangenheit haben bereits ergeben, dass das Granit-Gestein im Fichtelgebirge und im Bayerischem Wald für ein Endlager bedeutende Nachteile hätte. Es ist unter anderem zu zerklüftet.

Norden Deutschlands geeigneter als der Süden

Der Boden in Norddeutschland hingegen wäre für ein Endlager besser. Dort finden sich möglicherweise die geeigneten Tonvorkommen. Und in der norddeutschen Tiefebene liegen die in den vergangenen Jahren als Endlager favorisierten Salzstöcke. Sie reichen von der niederländischen Grenze bis nach Brandenburg.

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass sich die Kriterien durch den Neuanfang bei der Endlagersuche geändert haben und alle Untersuchungen deshalb neu angefertigt werden müssen.

Endlager-Standort soll 2031 feststehen

Das Verfahren ist langwierig: Erst im kommenden Jahr sollen Gebiete genannt werden, die für eine weitere Erkundung in Frage kommen. In einem nächsten Schritt sollen in vielversprechenden Regionen sogenannte "Erkundungs-Bergwerke" entstehen, erst danach folgt die Entscheidung.

Nach jedem Schritt muss der Bundestag jeweils ein neues Gesetz beschließen, auch die Öffentlichkeit soll ausführlich informiert und beteiligt werden. Bis 2031 soll dann ein Endlager-Standort gefunden sein. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten.

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In Gundremmingen würde man das Atommüll-Zwischenlager am AKW gerne so bald wie möglich schließen. Doch ein Endlager ist nicht in Sicht. In Ulm fand eine "Dialog-Veranstaltung" des zuständigen Bundesamtes statt - ohne die Öffentlichkeit.