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Atommüll aus Isar 1 und 2 gehört jetzt dem deutschen Staat | BR24

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Die Atomkonzerne haben sich von der Verantwortung für die Endlagerung von Atommüll freigekauft. Betroffen davon ist ab 2019 auch das Zwischenlager beim Atomkraftwerk Isar in Niederaichbach bei Landshut.

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Atommüll aus Isar 1 und 2 gehört jetzt dem deutschen Staat

Die Atomkonzerne haben sich von der Verantwortung für die Endlagerung von Atommüll freigekauft. Betroffen davon ist ab 2019 auch das Zwischenlager beim Atomkraftwerk Isar in Niederaichbach bei Landshut.

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Mit dem 1. Januar haben sich die Atomkonzerne von der Verantwortung für die Endlagerung freigekauft: Dafür haben sie 24 Milliarden Euro an den Bund gezahlt. Betroffen ist davon auch das Zwischenlager für Atommüll beim Atomkraftwerk Ohu in Niederaichbach bei Landshut.

Seit dem 1. Januar sind nicht mehr die Atomkonzerne, sondern eine bundeseigene GmbH für den Atommüll in Deutschland verantwortlich. Das bedeutet: Der Atommüll, der im Kernkraftwerk Isar 1 und Isar 2 anfällt – oder schon da ist – gehört seit Dienstag den 1. Januar 2019 allein der Gesellschaft für Zwischenlagerung, kurz BGZ. Finanziert wird dieses Zwischenlager von einem Fond, in den die Kernkraftwerksbetreiber eingezahlt haben. Auf Isar 1 und 2 entfallen nach dem Gesetz rund 2,2 Milliarden Euro.

Zwischenlager soll unabhängig vom Kraftwerk werden

Wie ein BGZ-Sprecher auf Anfrage des BR mitteilt, arbeiten für das Zwischenlager Bella in Niederaichbach derzeit drei Mitarbeiter vor Ort. Im Laufe dieses Jahres sollen es mehr werden. Das Ziel der BGZ ist es nämlich, komplett autark vom Kernkraftwerksbetreiber zu werden. Zudem ist die BGZ ab sofort verpflichtet, radioaktive Abfälle aus der Wiederaufbereitung im Ausland zurückzunehmen. Für das niederbayerische Zwischenlager bedeutet das: Sieben Fässer mit abgebrannten Brennelementen aus Sellafield in Großbrittanien müssen hier gelagert werden. Dagegen regt sich Widerstand in der Bevölkerung und teilweise auch in der Politik.

Widerstand auch seitens der Politik

Unter anderem hat Josef Klaus, der Bürgermeister von Niederaichbach, eine Petition gestartet. Auch Peter Dreier, der Landrat des Landkreises Landshut, will auf jeden Fall verhindern, dass aus dem Zwischenlager ein Atom-Endlager wird. "Die Zwischenlagerung darf nur eine temporäre Lösung sein", so wird der Landrat in der Landshuter Zeitung zitiert.

Kapazität wird nicht ausgeschöpft

Momentan beinhaltet die 18 Meter hohe Lagerhalle neben dem Kernkraftwerk 59 Behälter mit hochradioaktivem Müll. Sowohl im stillgelegten Isar 1, als auch im noch laufenden Isar 2 stehen weitere Behälter, die demnächst in das Zwischenlager nebenan gebracht werden müssen. Laut BGZ hat die Halle Platz für 152 Müllbehälter. Diese Kapazität würde aber nicht erreicht werden, so der Sprecher weiter.

Vier Ziele für die sichere Lagerung

Die BGZ hat vier Ziele formuliert, nach denen sie den hochgefährlichen Müll lagern wird: Er muss sicher eingeschlossen werden, es dürfen keine neuen Kettenreaktionen entstehen, die Strahlung muss abgeschirmt und die Wärme abgeführt werden. Wie der BGZ-Sprecher sagt, sei die Halle auch bei Erdbeben und Flugzeugabstürzen sicher. Zum Beispiel trägt die Randstärke der Fässer dazu bei: Sie misst 40 Zentimeter.

Die etwa 100 Mitarbeiter der BGZ haben laut ihrem Sprecher mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Lagerung von radioaktivem Abfall. Unter anderem organisieren sie das Lager in Gorleben.

Zwischenlager für weitere 28 Jahre genehmigt

Das Zwischenlager Bella in Niederaichbach im Kreis Landshut ist bis 2047 genehmigt. Bis spätestens dann muss ein Endlager für den radioaktiven Müll gefunden werden. In 12 Jahren, also im Jahr 2031, soll feststehen, wo der hochradioaktive Abfall endgültig gelagert und nach heutigen Berechnungen noch 16 Millionen Jahre weiterstrahlen wird.

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Autor
  • Kathrin Unverdorben
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