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Bildrechte: picture-alliance/dpa

Das Kernkraftwerk in Gundremmingen ist am Freitag außerplanmäßig heruntergefahren worden. Im Rahmen der Betriebsüberwachung war ein möglicher Defekt an einem Brennelement registriert worden. Das Atomkraftwerk wird vier Wochen lang vom Netz sein.

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Atomkraftwerk Gundremmingen geht vier Wochen lang vom Netz

Das Kernkraftwerk in Gundremmingen wurde am Freitag außerplanmäßig heruntergefahren. Im Rahmen der Betriebsüberwachung war ein möglicher Defekt an einem Brennelement registriert worden. Das Atomkraftwerk wird nun vier Wochen lang vom Netz genommen.

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Von
  • Peter Allgaier
  • Veronika Scheidl

Im Kernkraftwerk Gundremmingen im Landkreis Günzburg hatte man laut einer Pressesprecherin schon in der Nacht auf Freitag mit der schrittweisen Leistungsreduktion begonnen, gegen Mittag wurde der Reaktor dann abgeschaltet. Vier Wochen lang wird das Atomkraftwerk eine Pause einlegen.

Brennelement könnte defekt sein

Hintergrund der Abschaltung ist der vermutliche Defekt eines Brennelements, der im Rahmen der normalen Betriebsüberwachung registriert worden war. Bereits im März 2020 hatte es einen Brennelement-Defekt gegeben.

Ein Brennelement setzt sich aus einer Reihe von Brennstäben zusammen, in diesen wiederum befinden sich die Uran-Tabletten oder auch Pellets. Hinweise auf ein defektes Brennelement liefert die Überwachung des Reaktorwassers. Steigt darin die Strahlung oder ändert sich die Zusammensetzung bestimmter chemischer Elemente, so ist dies ein Hinweis auf ein kaputtes Brennelement.

Die Mitarbeiter können von außen aber nicht feststellen, welches der insgesamt 784 Brennelemente defekt ist und müssen deshalb die komplette Anlage herunterfahren.

Kritiker zweifeln Sicherheit des AKW Gundremmingen an

Es handelt sich in jedem Fall um ein nicht-meldepflichtiges Ereignis, betont eine Pressesprecherin. Das Atomkraftwerk sei für solche Situationen ausgelegt.

Atomkritiker sehen die Lage anders. Sie halten das Kernkraftwerk für unsicher und fordern seit Jahren, dass es vorzeitig vom Netz genommen wird. Unter anderem, weil es dort immer wieder zu Brennelement-Defekten kommt und Radioaktivität ins Kühlwasser des Reaktors gelangen kann.

Abschaltung für Ende 2021 geplant

Der AKW-Betreiber RWE will die außerplanmäßige Pause jetzt nutzen und zieht Wartungsarbeiten vor, die eigentlich erst für die Revision im kommenden Jahr geplant waren. So sollen unter anderem Armaturen und Rohrleitungen gewartet werden. Der letzte aktive Block C des Kernkraftwerks soll Ende 2021 endgültig abgeschaltet werden.

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