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Atombunker in Fürth wird zum Vereinsheim | BR24

© BR/Andreas Schuster

Feldbetten im Kronacher Bunker in Fürth

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    Atombunker in Fürth wird zum Vereinsheim

    Der Kronacher Bunker in Fürth wird ab heute zu einem Vereinsheim für Fußball-Fans umgebaut. Im Zweiten Weltkrieg bot der Bunker im Stadtteil Ronhof Schutz für gut 900 Menschen.

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    In den kommenden Wochen soll eine Spezialfirma im Obergeschoss sechs Fenster in die zwei Meter dicken Mauern des atomaren Luftschutzbunkers schneiden. Zudem werden im Gebäudeinneren mehrere Mauern herausgebrochen, um aus vielen kleinen Bunkerräumen einen großen Raum zu machen, so Dieter Wirth, Vorstand der Sportfreunde Ronhof e.V.

    Europaweit „einmaliges“ Fanprojekt

    Im Juli will der rund 650 Mitglieder fassende Fanclub der Spielvereinigung Greuther Fürth dann in sein neues Vereinsheim in dem Hochbunker unweit des Fürther Stadions einziehen. Die Kosten liegen bei rund 300.000 Euro. Dieter Wirth spricht von einem europaweit „einmaligen“ Fanprojekt.

    Bunker von Stadt gekauft

    Die Sportfreunde Ronhof mussten sich ein neues Vereinsheim suchen, da der Mietvertrag in ihrer bisherigen Bleibe ausläuft. Anfang Dezember hatte der Fanclub dann den Kronacher Bunker von der Stadt Fürth gekauft. Während der Hochbunker im ersten Obergeschoss komplett umgebaut wird, soll er im Erdgeschoss erhalten und erstmals auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

    Platz für 901 Personen

    Der Bunker in der Kronacher Straße wurde während des Zweiten Weltkriegs 1941 gebaut. Um Luftangriffe zu verhindern, wurde das Gebäude als Kirche getarnt und hatte zeitweise sogar eine Attrappe eines Glockenturms. Anfang der 1970er-Jahre wurde das Gebäude dann während des Kalten Kriegs zu einem atomaren Luftschutzbunker umgebaut. Im Notfall hätten hier 901 Menschen Zuflucht finden sollen.

    In dem Bunker sind unter anderem Schlafräume mit Feldbetten, eine Küche und ein Notstromaggregat untergebracht. Ab dem Sommer soll es dort erstmals Führungen geben.