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BGE-Zwischenbericht: Reaktionen aus dem Bayerischen Wald | BR24

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Eine Überraschung ist ausgeblieben: Auch der Saldenburger Granit im Bayerischen Wald befindet sich auf einer neuen Karte geologisch möglicher Standorte für ein atomares Endlager in Deutschland. Die betroffenen Gemeinden wollen den Widerstand erhöhen.

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BGE-Zwischenbericht: Reaktionen aus dem Bayerischen Wald

Eine Überraschung ist ausgeblieben: Auch der Saldenburger Granit im Bayerischen Wald befindet sich auf einer neuen Karte geologisch möglicher Standorte für ein atomares Endlager in Deutschland. Die betroffenen Gemeinden wollen den Widerstand erhöhen.

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Wie erwartet steht auch der Saldenburger Granit im Bayerischen Wald auf der Liste der möglichen Standorte für ein atomares Endlager. Diese hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) am Vormittag zusammen mit einer entsprechenden geologischen Karte veröffentlicht.

Kritik: Bericht wenig detailliert

Martin Behringer (FWG), Bürgermeister von Thurmansbang im Landkreis Freyung-Grafenau und Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen eine Atommüllendlagerung im Saldenburger Granit, reagierte auf die Nachricht mit leiser Enttäuschung. Dem Bayerischen Rundfunk sagte er: "Dass wir auf der Karte mit möglichen Standorten drauf sind, war vorher klar. Allerdings hätte ich mir schon gewünscht, dass der Bericht detaillierter und aussagekräftiger ist. Letztendlich ist mehr als die Hälfte Bayerns geeignet für ein atomares Endlager. Allein unser Teilgebiet ist über 36.000 Quadratkilometer groß."

Widerstand gegen Endlager geht weiter

Trotzdem würden betroffene Gemeinden weiter konsequent dagegen ankämpfen, um nicht in Stufe zwei zu kommen, in der weitere Untersuchungen gestartet werden, so Behringer: "Es wird demnächst einen Termin mit dem bayerischen Umweltminister geben und mit ihm eine Infoveranstaltung abgehalten. Die Vorbereitungen dazu laufen schon." Wichtig sei auch, weiter ein Netzwerk gegen ein Atomendlager zu knüpfen - mit Kommunalpolitikern, Bundes- und Landtagsabgeordneten sowie Experten. "Umso mehr wir sind, desto besser werden wir gehört", so der Thurmansbanger Bürgermeister zum BR.

Landrat: Granit im Bayerischen Wald nicht als Endlager geeignet

Auch der Landrat von Freyung-Grafenau, Sebastian Gruber (CSU), hat sich zum Zwischenbericht Teilgebiete der BGE geäußert. Ihn habe das Ergebnis einerseits überrascht, auf der anderen Seite irritiert, weil er damit gerechnet habe, dass die Kartenfestlegung kleinteiliger ausfallen würde. Nichtsdestotrotz: Er bleibe dabei, dass Granit im Bayerischen Wald nicht als Endlager für hochradioaktive Abfallstoffe geeignet sei und im Vergleich zu Ton und Salz das deutlich schlechtere Wirtsgestein sei. Gruber:

"Jetzt geht es darum, die Ergebnisse der Suche genauer zu prüfen und die Bewertung von Fachleuten hinzuzuziehen. Wir werden die weiteren Schritte der Endlagersuche kritisch, aber auch konstruktiv begleiten." Sebastian Gruber (CSU), Landrat Freyung-Grafenau

Größtmögliche Sicherheit soll im Vordergrund stehen

Grundsätzlich unterstützt Gruber, der auch Sprecher der niederbayerischen Landräte ist, das laufende Verfahren. "Wer Atommüll produziert, muss sich Gedanken um dessen sichere Lagerung machen. Das kann nicht nach dem St.-Florians-Prinzip passieren." Die größtmögliche Sicherheit müsse im Vordergrund stehen. Aber: "Käme ein Endlager wirklich in den Bayerischen Wald, wären die Folgen fatal und vielfältig. Die Auswirkungen würden ganz Niederbayern treffen und die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahrzehnte zunichte machen." Man müsse die Bevölkerung jetzt mobilisieren, sensibilisieren und über die Folgen aufklären.

© BR/Martin Gruber

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat den "Zwischenbericht Teilgebiete" veröffentlicht. Wie erwartet steht auch der Saldenburger Granit im Bayerischen Wald auf der Liste. Was sagt die Region dazu?

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Der Zeitplan klingt großzügig, ist aber eng. Spätestens Ende 2022 geht in Deutschland der letzte Atom-Reaktor vom Netz. Die hoch-gefährlichen Abfälle, die übrig bleiben, müssen für eine Million Jahre sicher unter die Erde gebracht werden.

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