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Atomares Endlager: Bayerischer Wald nach wie vor im Rennen | BR24

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Wohin mit dem Atommüll? Bis 2031 soll ein Standort für ein Atommüllendlager gefunden sein. Zwei Gemeinden im Landkreis Freyung-Grafenau sind nach wie vor im Fokus bei der Suche nach einem Endlager.

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Atomares Endlager: Bayerischer Wald nach wie vor im Rennen

Wohin mit dem Atommüll? Bis 2031 soll ein Standort für ein Atommüllendlager gefunden sein. Zwei Gemeinden im Landkreis Freyung-Grafenau sind nach wie vor im Fokus bei der Suche nach einem Endlager.

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Die Gemeinden Thurmannsbang und Saldenburg im Landkreis Freyung-Grafenau sind bei der Suche nach einem atomaren Endlager nach wie vor "im Rennen". Diesen Eindruck brachten die beiden betroffenen Bürgermeister Martin Behringer (FWG, Thurmannsbang) und Max König (SPD, Saldenburg) aus dem letzten Treffen beim Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) in Berlin mit.

"Momentan ist Deutschland noch eine "weiße Landkarte", was das Endlager betrifft. Eine erste Standortauswahl wird im dritten Quartal 2020 bekanntgegeben. Und ich fürchte, dass wir da dabei sind." Martin Behringer, Bürgermeister Thurmannsbang

Nächste Stufe sei dann eine genauere Untersuchung dieser Orte. Entscheidend seien zum Beispiel die Besiedelung der Region, die Infrastruktur und die Tiefe des in Frage kommenden Gesteins. Das Endlager müsse mindestens 300 Meter unter der Erde liegen, so Behringer. Ein wichtiges Kriterium sei auch, wie zerklüftet das Gestein letztendlich sei. Die Entscheidung zum atomaren Endlager fällt erst im Jahr 2031.

Offener Ausgang der Endlager-Suche

Man werde das alles mit aller Vernunft begleiten, so Behringer. "Das tun wir seit 25 Jahren, als das erste Gutachten bekannt geworden ist. Es kann für uns positiv ausgehen. Es kann aber auch sein, dass wir in der nächsten Phase der Suche dabei sind." Es seien noch viele Orte im Rennen, aber man werde alles tun, dass der Saldenburger Granit nicht zum Zuge komme. Behringer ist sich sicher, dass in diesem Fall die ganze Region zusammenstehen würde.

Laut BfE soll die Suche nach einem Atomendlager in Deutschland ergebnisoffen, wissenschaftsbasiert und transparent verlaufen. Als Gesteinsarten kommen Steinsalz, Tongestein und Kristallin-Gestein (Granit) in Frage.

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2022 gehen die letzten deutschen Atomkraftwerke vom Netz, auch Gundremmingen und Isar 2 in Bayern. Wo der Atommüll dann hin soll, darüber wird noch heiß diskutiert. Welche Orte kommen von den geologischen Bedingungen her infrage?