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Atemmasken der Feuerwehr schützen OP-Teams am Uniklinikum | BR24

© Simone Wagner Uniklinikum Würzburg

Atemmasken der Feuerwehr schützen OP-Teams

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    Atemmasken der Feuerwehr schützen OP-Teams am Uniklinikum

    In einer deutschlandweit beispiellosen Amtshilfe stellt die Staatliche Feuerwehrschule Würzburg dem Uniklinikum Würzburg Überdruck-Atemschutzmasken der höchsten Sicherheitsstufe zur Verfügung. Sie helfen bei speziellen Operationen.

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    Von
    • Wolfram Hanke

    Mit dieser Ausrüstung können auch bei Corona-Infizierten unaufschiebbare Eingriffe im Nasen-, Mund- und Rachenbereich durchgeführt werden, ohne die OP-Teams zu gefährden. Operationsteams setzen sich einem besonderen Gesundheitsrisiko aus.

    Überdruck-Atemmasken als OP-Schutz gegen Covid-19

    Gerade die unmittelbare Nähe zur Nasen- und Rachenschleimhaut lassen ein hohes Gefährdungspotenzial vor allem für Ärzte der Mund-, Kiefer- Gesichtschirurgie wahrscheinlich erscheinen. Ein wirksamer Schutz gegen diese Virenattacke können umgebungsluftunabhängige Überdruck-Atemmasken mit Atemregler sein.

    "Leider verfügen wir bislang nicht über eigene solche Geräte. Und auf dem Markt sind sie gegenwärtig nur äußerst schwer und nicht in ausreichender Menge erhältlich." Professor Georg Ertl, Ärztlicher Direktor Uniklinikum Würzburg

    Im Gegensatz dazu ist die Staatliche Feuerwehrschule Würzburg sehr gut mit diesem Maskentyp ausgestattet. In diesem Anwendungsbereich schützen sie die Einsatzkräfte vor Feuer, Rauch und Gefahrstoffen.

    Feuerwehr unterstützt Uniklinikum Würzburg

    Die Idee kam von Ärzten der Mund-, Kiefer- Gesichtschirurgie. Dann wandte sich Georg Ertl Ende März mit einem Amtshilfeersuchen an Roland Demke, den Leiter der Würzburger Feuerwehrschule. Mit vollem Erfolg: Die Schule stellte dem Uniklinikum umgehend 30 Maskensätze zur Verfügung – inklusive eines Wiederaufbereitungskreislaufs.

    "Diese Atemschutzgeräte der höchsten Schutzstufe sind so hergestellt, dass sie nach jedem Einsatz gereinigt, desinfiziert, geprüft und wiederverwendet werden können." Roland Demke, Leiter der Würzburger Feuerwehrschule

    Zum "Amtshilfe-Service" seiner Schule gehört es auch, die benutzten Masken am Klinikum abzuholen, sie in der Feuerwehrschule in der Weißenburgstraße im Würzburger Stadtteil Zellerau vorschriftsmäßig aufzubereiten und zum erneuten Gebrauch, hygienisch in Folienbeuteln eingeschweißt, wieder an den Kliniken anzuliefern. Nach Schulungen der OP-Teams im Gebrauch der Überdruck-Atemmasken durch Experten der Feuerwehrschule liefen zwischenzeitlich in den OP-Sälen eine Reihe von Testoperationen mit coronafreien Patienten.

    Vorbild für andere Kliniken in der Coronakrise

    Die dabei gemachten Erfahrungen sind durchweg positiv. In der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg findet seit dem 16. März aufgrund der Coronakrise kein Ausbildungsbetrieb mehr statt. Laut Schulleiter Roland Demke ist es das erste Mal in Deutschland, dass so eine Zusammenarbeit praktiziert wird. Dieses "Würzburger Modell" ließe sich nach seiner Einschätzung bei Bedarf von anderen Städten mit ähnlichen Konditionen kopieren.

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