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Corona bei Flüchtlingen: Kritik an Unterbringung in Ankerzentren | BR24

© BR/Andreas Wenleder

Anfang der Woche wurde bekannt, dass sich knapp 60 Menschen im Regensburger Ankerzenturm mit Corona angesteckt haben. Die gesamte Einrichtung steht unter Quarantäne. Organisationen rufen jetzt zu einer Demonstration auf.

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Corona bei Flüchtlingen: Kritik an Unterbringung in Ankerzentren

Anfang der Woche wurde bekannt, dass sich knapp 60 Menschen im Regensburger Ankerzentrum mit Corona angesteckt haben. Die gesamte Einrichtung steht unter Quarantäne. Kritiker fordern die Abschaffung von Ankerzentren.

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  • BR24 Redaktion

Auf die hohe Zahl von Corona-Infizierten im Regensburger Ankerzentrum, das in der ehemaligen Pionierkaserne untergebracht ist, reagieren Flüchtlingshelfer mit Kritik an den Ankerzentren. Unter dem Motto "Solidarität mit Geflüchteten - weitere Infizierungen stoppen - Lagerpflicht abschaffen!" rufen die Bürgerinitiative (BI) Asyl Regensburg und andere Organisationen am Donnerstag zu einer Kundgebung auf.

Das sind die Forderungen

Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen sei die Teilnehmerzahl auf 50 Personen beschränkt, heißt es in dem Aufruf. Die Forderungen der Demonstranten sind unter anderem, unverzüglich alle Bewohner von Flüchtlingsunterkünften zu testen und die Tests an bisher negativ getesteten Menschen zu wiederholen. Außerdem will man erreichen, dass in den Unterkünften positiv und negativ Getestete voneinander getrennt werden. Für Infizierte und deren Familienangehörige fordern die Asylhelfer räumlich abgetrennte Quarantänehäuser, allein stehende Infizierte sollen Einzelzimmer bekommen.

Anker-Zentrum unter Quarantäne

Bei einer Reihenuntersuchung in der Flüchtlingsunterkunft hat das Gesundheitsamt Regensburg Anfang der Woche 127 Personen auf das Corona-Virus getestet, 56 positiv von ihnen waren positiv. Die gesamte Dependance einer Anker-Einrichtung steht laut der Regierung der Oberpfalz unter Quarantäne, außerdem gelte ein generelles Aufnahme- und Verlegungsverbot.

Schon in der vergangenen Woche seien 42 Fälle in der Gemeinschaftsunterkunft Dieselstraße und ein Fall in der Gemeinschaftsunterkunft Alte Straubinger Straße bekannt geworden.

Obwohl die Stadt den Schwellenwert von 50 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen deutlich überschreitet hat, müssen die Regensburger erst einmal keine Konsequenzen befürchten. Das Infektionsgeschehen sei lokalisiert und klar eingrenzbar, so die Begründung. "Die von den zuständigen Behörden vor Ort getroffenen Maßnahmen sind aus Sicht des bayerischen Gesundheitsministeriums nach den uns vorliegenden Informationen zielführend und angemessen", sagte die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml.

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