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Asylbewerber wegen Amberger Prügelattacken vor Gericht | BR24

© BR / Rudolf Heinz

Die vier Männer müssen sich vor dem Amtsgericht Amberg verantworten.

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    Asylbewerber wegen Amberger Prügelattacken vor Gericht

    Knapp vier Monate nach den Übergriffen von vier jungen Asylbewerbern auf Passanten und Polizisten in Amberg hat der Prozess gegen die Männer begonnen. Insgesamt sollen sie 15 Menschen verletzt haben. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen.

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    Vier junge Flüchtlinge müssen sich vor Gericht verantworten, weil sie Ende letzten Jahres wahllos Passanten in der Amberger Innenstadt angegriffen haben sollen. Der Prozess hat am Dienstag vor dem Amtsgericht Amberg begonnen. Die Verhandlung wurde nach der Verlesung der Anklageschrift aber sofort wieder unterbrochen. Der Vorsitzende Richter des Jugend-Schöffengerichts bat die Verteidiger zu einem Rechtsgespräch. Die Verhandlung soll gegen 10 Uhr wieder fortgesetzt werden.

    Fall sorgte für Schlagzeilen

    Die drei Afghanen und ein Iraner sollen der Staatsanwaltschaft zufolge 21 Menschen attackiert haben, von denen 15 verletzt wurden. Ein Mann musste drei Tage im Krankenhaus stationär behandelt werden. Der Vorfall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, da alle vier vorbestraft sind und ihre Asylanträge abgelehnt wurden. Den Männern wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, drei von ihnen auch Beleidigung. Die meisten Verletzten erlitten nach Darstellung der Ermittler Prellungen und Blutergüsse.

    Kein konkretes Motiv erkennbar

    Die vier Asylbewerber waren zum Tatzeitpunkt alkoholisiert, drei von ihnen hatten Drogen konsumiert. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen nicht davon aus, dass die Tat geplant war. Täter und Opfer kannten sich vorher jeweils nicht, betonten die Ermittler.

    Ein konkretes Motiv für die Angriffe konnte die Kriminalpolizei nicht herausfinden. Die Staatsanwaltschaft geht von einer Mischung aus Langeweile, Übermut, Alkohol und Drogen sowie von einer Gruppendynamik aus. Amberg nutzten die Jugendlichen regelmäßig als Treffpunkt.

    Der Grund: In der Stadt waren sie vor wenigen Jahren in einer Einrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht. Daher kannten sie sich auch. Am 29. Dezember reisten sie aus Auerbach, Regensburg und zwei weiteren Orten an, die nicht ermittelt werden konnten, weil zwei der Flüchtlinge ohne festen Wohnsitz waren.

    © BR / Sylvia Bentele

    Der Amberger Bahnhof war Ausgangsort der Prügeltour.

    Erste Tatorte in Bahnhofsnähe

    Insgesamt summieren sich die Attacken an diesem Tag auf 25 Einzelstraftaten, die von der Polizei in fünf Tatkomplexe unterteilt werden. Am Tatabend traf sich zunächst eine Gruppe von 13 jungen Flüchtlingen in Amberg. Gegen 18.40 Uhr sollen die vier Angeklagten am Bahnsteig dann einen 13 Jahre alten Schüler angegriffen haben. In der Bahnhofshalle und auf dem Bahnhofsvorplatz folgten weitere fünf Straftaten.

    Dann zog sich die Gruppe offenbar in den Stadtgraben zurück, wo die jungen Männer weiter Alkohol tranken und "chillten", so die Ermittlungsergebnisse. Eineinhalb Stunden später griffen sie vor einem Schnellrestaurant am Bahnhofsvorplatz und auf dem Weg in die Innenstadt weitere Passanten an, prügelten und traten zum Teil auf sie ein. Die Polizei konnte die vier Flüchtlinge wenig später im Schanzgässchen festnehmen. Dabei leisteten die jungen Männer massiven Widerstand, beleidigten und verletzten vier Polizeibeamte.

    © BR / Rudolf Heinz

    Die Angeklagten nehmen Platz im Amtsgericht Amberg.

    Quartett ist bereits vorbestraft

    Einer der vier Asylbewerber war bereits zum Tatzeitpunkt ausreisepflichtig. Solange aber kein rechtskräftiges Urteil vorliege, werde die Staatsanwaltschaft einer Abschiebung nicht zustimmen, bekräftigte Staatsanwalt Oliver Wagner.

    Alle vier sitzen seit Ende des Jahres in Untersuchungshaft. Um die Tat zu rekonstruieren, hat die Polizei knapp 100 Zeugen vernommen, Kameraaufzeichnungen am Bahnhof sowie Handyvideos der Zeugen ausgewertet. Insgesamt hat das Gericht 25 weitere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil soll voraussichtlich im Juli fallen.