Menschen im Gericht

Mheddin Saho im Verwaltungsgericht Regensburg

Bildrechte: BR/Sebastian Wintermeier
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    Asyl anerkannt: Blinder Syrer darf in Deutschland bleiben

    Asyl anerkannt: Blinder Syrer darf in Deutschland bleiben

    Nach dreijähriger Zitterpartie ist ein blinder Syrer aus dem niederbayerischen Rottenburg als Flüchtling anerkannt worden. Dem 27-Jährigen droht keine Abschiebung mehr nach Spanien, wie seine niederbayerische Gastfamilie mitteilte.

    Vor etwa einem Jahr hatte er noch erfolglos vor dem Verwaltungsgericht Regensburg gegen den Abschiebebescheid geklagt. Jetzt aber wurde Mheddin Saho als Flüchtling anerkannt, sodass er in Deutschland bleiben kann. Das hat seine Gastfamilie in Rottenburg am Mittwoch mitgeteilt.

    Die Frist für eine Abschiebung nach Spanien war Mitte Februar abgelaufen, als sich Mheddin Saho in einem bayerischen Kloster im Kirchenasyl befand. Daraufhin habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) den Asylantrag des Syrers im nationalen Verfahren geprüft und positiv beschieden.

    Fall sorgte bundesweit für Aufsehen

    Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bestätigte unterdessen den positiven Ausgang des Asylverfahrens. "Mit Bescheid vom 24. Februar wurde Herrn Saho die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt", heißt in einem Schreiben des Innenministers vom 24. Juni an Studierende der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München, die sich zusammen mit Professoren für Saho eingesetzt hatten.

    Fremdsprachen für blinde Menschen entwickelt

    Saho absolviert an der LMU einen Masterstudiengang in Anglistik und entwickelt ein Programm zur Erlernung von Fremdsprachen für blinde Menschen. Der Fall des blinden Syrers hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Eine Rückführung nach Spanien, in das der junge Mann nach seiner Flucht als erstes Land eingereist war, betrachteten seine Unterstützer als "unzumutbare Härte".

    Klage gegen Abschiebung war zuvor gescheitert

    Eine Klage gegen den Abschiebebescheid war im Juli 2021 vor dem Regensburger Verwaltungsgericht gescheitert. Der junge Mann begab sich daraufhin in Kirchenasyl. Bereits 2019 sollte Saho zum ersten Mal abgeschoben werden, damals setzten sich aber Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm und der Kirchenasylverein Matteo für ihn ein. Die Freie Evangelische Kirchengemeinde Rottenburg gewährte ihm ein erstes Kirchenasyl.

    Saho lebt inzwischen wieder bei seiner Gastfamilie in Rottenburg in Niederbayern.

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