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Bayern

Aschaffenburg: Protest gegen "Arbeitsunrecht" bei H&M | BR24

© picture-alliance/dpa

H&M-Filiale

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    Aschaffenburg: Protest gegen "Arbeitsunrecht" bei H&M

    Vor sieben bayerischen H&M-Filialen protestiert die "aktion ./. arbeitsunrecht" gegen die angeblich "miesen Arbeitsbedingungen" bei der Modekette - unter anderem mit einem Zombie-Walk in Aschaffenburg. H&M wehrt sich gegen die Vorwürfe.

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    Der bundesweit agierende Verein "aktion ./. arbeitsunrecht" will heute unter anderem vor H&M-Filialen in Bamberg, Nürnberg und Aschaffenburg Protestaktionen durchführen. Im Park Schöntal vor der Aschaffenburger City-Galerie soll eine "Parade der lebenden Arbeitszeit-Leichen" die Straße bevölkern, so der Würzburger Torben Ackermann aus dem Vorstand der "aktion ./. arbeitsunrecht".

    "Die Beschäftigten von H&M arbeiten auf Abruf, werden mies bezahlt und haben Flex-Verträge, was Familien und Freundschaften zerstört." Torben Ackermann, Vorstandsmitglied 'aktion ./. arbeitsunrecht'

    H&M sieht sich als "verantwortungsvoll agierendes Unternehmen"

    Außerdem bekämpfe H&M in deutschen Filialen regelmäßig Mitglieder von Betriebsräten und Gewerkschaften, so der Vorwurf. Die Modekette weist die Anschuldigungen zurück. In einer schriftlichen Erklärung der Pressestelle heißt es auf BR-Anfrage:

    "Wir erschweren keine Betriebsratsarbeit. Es ist auch nicht korrekt, dass wir Betriebsräte zermürben oder diesen juristisch nachstellen. […] Als kundenorientiertes Handelsunternehmen nutzen wir verschiedene Arbeitszeitmodelle, welche das deutsche Arbeitsrecht zulässt. Der Anteil unserer flexiblen Stundenkräfte liegt dabei in einem gesunden Verhältnis zu den Vollzeitkräften und ist auf verschiedene Faktoren, die bedient werden müssen, zurückzuführen: Öffnungszeiten und Kundenströme haben sich in den letzten Jahren geändert und der Einzelhandel an sich benötigt ein gewisses Maß an Flexibilität." Pressestelle Modekette H&M

    Schließung des Zentrallagers Großostheim als "Vergeltungsmaßnahme"?

    Auch die geplante Schließung des H&M-Zentrallagers in Großostheim-Ringheim erhitzt die Gemüter. Um 11.00 Uhr beginnt in Großostheim eine Betriebsversammlung der Mitarbeiter, um 12.30 Uhr ist eine Protestaktion vor dem Gebäude geplant. Von der Schließung des Standorts wären 340 Beschäftigte betroffen. Torben Ackermann von der "aktion ./. arbeitsunrecht" spricht von einer "knallharten Vernichtung" von Arbeitsplätzen - und seine Vorwürfe gehen noch weiter: Ackermann sieht die Schließung als eine Art Vergeltung" an.

    "Die geplante Schließung ist unserer Auffassung nach eine Vergeltungsmaßnahme, weil wir hier einen Streik-Betrieb haben, der der Geschäftsführung ungemütlich wurde, eine gewerkschaftlich gut organisierte Belegschaft und einen aktiven Betriebsrat!" Torben Ackermann, Vorstandsmitglied 'aktion ./. arbeitsunrecht'

    Von einer "Vergeltungsmaßnahme" will die Geschäftsführung von H&M nichts wissen. In der Stellungsnahme der Pressestelle heißt es:

    "Es ist richtig, dass wir intern über eine geplante Restrukturierung des Geschäftsbereichs Logistik in Deutschland informiert haben. Es wurde bisher jedoch keine endgültige Entscheidung getroffen und wir werden uns zum jetzigen Zeitpunkt vorrangig auf den aktiven, offenen und konstruktiven Dialog sowie den konkreten Beratungen und Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen sowie den Informationen für unsere Mitarbeiter/innen konzentrieren. Einen Zusammenhang zwischen der geplanten Schließung und Betriebsrats- oder Gewerkschaftsarbeit weisen wir klar zurück." Pressestelle Modekette H&M