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Kneipen und Bars dürfen in Bayern unter den gleichen Voraussetzungen öffnen wie Restaurants. Das hat das Kabinett beschlossen. Die Reaktionen darauf fallen in Aschaffenburg unterschiedlich aus.

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Aschaffenburg: Geteiltes Echo auf Öffnung der Schankwirtschaften

Kneipen und Bars dürfen in Bayern unter den gleichen Voraussetzungen öffnen wie Restaurants. Das hat das Kabinett in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen. Die Reaktionen auf den Beschluss fallen in Aschaffenburg unterschiedlich aus.

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Von
  • Barbara Ecke
  • BR24 Redaktion

Aufatmen in der Bar- und Kneipen-Szene: Es gibt Lockerungen der Corona-Auflagen. Reine Schankwirtschaften dürfen in Bayern nun den Innenbereich öffnen. Das hat das Kabinett in der vergangenen Sitzung beschlossen. Zuvor hatte der Verwaltungsgerichtshof die Schließung von Bars und Kneipen gekippt. Für entsprechende Lokale gelten nun die gleichen Bedingungen wie für Restaurants. Oder doch kein Aufatmen? Zumindest in der Aschaffenburger Kneipenszene sind die Reaktionen auf die Öffnung der Schankwirtschaften unterschiedlich. Kritisiert wird etwa die Sperrstunde von 1.00 Uhr.

Kritik aus Aschaffenburger: Öffnungszeit zu kurz

Tasso Lazaridis von der Cocktail-Bar "Domino" will seinen Laden erst wieder öffnen, wenn er bis 3.00 oder sogar 5.00 Uhr morgens wieder aufmachen darf, sagt er im BR24-Gespräch. Allerdings hat der Gastronom aktuell eine Alternative: Die Stadt Aschaffenburg hat ihm ermöglicht, auf dem Freihofsplatz neben seiner Bar einen Ausschankwagen mit Bestuhlung unter freiem Himmel zu betreiben. Von 16.30 Uhr bis 23.00 Uhr kann er dort seine Cocktails und andere Getränke verkaufen.

Keine Bestellung an der Theke

Auch Thomas Sauer von der Aschaffenburger Kult-Kneipe Gully kritisiert die Sperrstunde ab 1.00 Uhr. Weil er auch die Genehmigung hat, Speisen zu verkaufen, hat er seine Kneipe schon länger wieder geöffnet. Er beklagt zudem die Regelung, dass die Getränke an den Tisch gebracht werden müssen: "Das Gully war nie die Kneipe, die den Service an den Tisch gebracht hat. Es fehlt jetzt einfach das Gespräch an der Theke, wenn die Gäste ihr Bier bestellen."

Vorteil laut Clubbetreiber: Betrieb langsam hochfahren

Clubbetreiber Misha Bender sieht die Lockerungen dagegen positiv. Er plant seinen Club "Anna" am kommenden Wochenende zu öffnen, als Lounge-Bar mit Musik und Getränken am Tisch. Nach den Hygiene-Regeln wird er nach eigener Schätzung etwa 100 Gäste bewirten können. Die Öffnungszeiten sind von 21.00 bis 1.00 Uhr geplant. "Auch wenn Sommer ist, ich glaube wir haben die Möglichkeit bis 1.00 Uhr für die Leute was zu tun und ein Club-Feeling zu vermitteln. Auch für uns ist das gut: Wie man jetzt sieht kann alles ganz schnell gehen, vielleicht auch, dass die Clubs wieder öffnen können. Dann hätten wir den Betrieb schon langsam wieder hochgefahren und auch das Personal am Start."

💡 Was ab jetzt gilt

Kneipenbesitzer sind nun – bis zur Gültigkeit neu zu schaffender gesetzlicher Grundlagen – an die gleichen Regeln wie Restaurants gebunden: Sie müssen um 1 Uhr schließen, einen Mindestabstand von 1,5 Metern gewährleisten und Kontaktdaten erheben. Für Personal mit Gastkontakt gilt eine Maskenpflicht, ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 50 brauchen Gäste aus mehreren Haushalten am Tisch einen Test.

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