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Aschaffenburg: Ex-Jugendtrainer gesteht Missbrauch weitgehend | BR24

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Prozess in Aschaffenburg

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    Aschaffenburg: Ex-Jugendtrainer gesteht Missbrauch weitgehend

    Seit heute steht in Aschaffenburg ein 52 Jahre alter Mann unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor Gericht. Zum Auftakt der Verhandlung hat der Angeklagte die Taten weitgehend gestanden.

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    Der Anwalt des Angeklagten räumt ein, dass es zu Missbrauchsfällen gegen zwei Jungen gekommen ist. Allerdings sei sich der Angeklagte nicht sicher, wie oft sie sich ereignet hätten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, zwei Jungen mehrfach über mehrere Jahre hinweg missbraucht zu haben. Zu Beginn der Taten waren die beiden Jungen zwölf und 14 Jahre alt. Der Angeklagte war neben seinem Beruf als Kraftfahrer auch als Jugendtrainer bei einem Ringerverein tätig. Laut Staatsanwaltschaft hätten beide Jungen dort trainiert. Im Rahmen der Sporteinheiten sei es aber nach derzeitigem Stand der Ermittlungen zu keinen Übergriffen gekommen.

    Angeklagter soll Spiele als Gegenleistung versprochen haben

    Der Angeklagte sei im Rahmen des Trainings allerdings in Kontakt mit einer der beiden Mütter gekommen. Mit beiden Müttern baute er Beziehungen auf und zog mit ihnen zusammen; wenngleich es sich in einem Fall um eine eher "platonische Beziehung" gehandelt habe, so die Aussage eines Polizeibeamten. Erst als der heute 52-Jährige bei den Familien eingezogen war, hätten sich die Missbrauchsfälle ereignet. Laut Schilderung der Staatsanwaltschaft hätte der Angeklagte den Jungen beispielsweise DVDs oder Konsolen-Spiele als Gegenleistung für sexuelle Handlungen versprochen.

    Rund 100.000 kinderpornografische Dateien sichergestellt

    "Das seelische Leid war mir gar nicht bewusst", sagte der Angeklagte zu Prozessauftakt. Demnach hätte er schon seit längerem eine Selbstanzeige beabsichtigt gehabt. Auch eine Selbsthilfegruppe hätte er rund um das Jahr 2010 zeitweise besucht. Bei einer Hausdurchsuchung Ende Mai 2019 fand die Polizei laut Anklage außerdem rund 100.000 kinderpornografische Dateien bei dem 52-Jährigen. Sie wirft ihm auch vor, die Aufnahmen verbreitet zu haben.

    Ein Urteil soll frühestens nächste Woche fallen. Laut einem Gerichtssprecher droht dem Angeklagten im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von mindestens zwei bis zu 15 Jahren.