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ASB-Betrugsskandal: Sechs Millionen Euro zu viel abgerechnet | BR24

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Das Logo des Arbeiter-Samariter-Bundes in Bayern

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    ASB-Betrugsskandal: Sechs Millionen Euro zu viel abgerechnet

    Dass beim bayerischen Landesverband des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) mehrere Millionen Euro zu viel abgerechnet worden sein sollen, war bekannt. Nun sind in dem Skandal neue Details aufgetaucht. Der Betrug hatte System.

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    Insgesamt sollen beim bayerischen Landesverband des Arbeiter-Samariter-Bundes zwischen den Jahren 2009 und 2016 sechs Millionen Euro zu viel abgerechnet worden sein. Das geht aus dem Zwischenbericht eines externen Wirtschaftsprüfungsunternehmens hervor.

    Damit ist nun eine konkrete Summe benannt worden. Bisher war von einem mittleren einstelligen Millionenbetrag die Rede. Auch zu der Art und Weise, wie die Abrechnungen des Rettungsdienstes gefälscht worden sein sollen, machten die Wirtschaftsprüfer Angaben.

    Bericht: Endabrechnungen systematisch manipuliert

    Das System, das mutmaßlich von den damals leitenden Angestellten des ASB-Landesverbands ersonnen und durchgeführt wurde, funktionierte laut Zwischenbericht wohl wie folgt: Jedes Jahr verhandelte der Landesverband mit der zuständigen Abrechnungsstelle der Krankenkassen (ARGE) ein Budget für das kommende Jahr, zum Beispiel 15 Millionen Euro. Wenn sich die tatsächlichen Kosten aber nur auf 13 Millionen Euro beliefen, versuchte der Landesverband demnach, die Differenz zwischen anvisierten und realen Kosten “aufzufüllen”. Dazu wurden die Endabrechnungen der Kreisverbände systematisch manipuliert.

    Diskussion um Rückzahlung

    Nach eigenen Angaben hat die aktuelle Geschäftsführung des ASB-Landesverbands den Zwischenbericht an die Staatsanwaltschaft und die ARGE weitergeleitet. Außerdem stehen ASB und ARGE in Verhandlungen, wie und in welchem Zeitraum das zu viel abgerechnete Geld zurückgezahlt werden muss. Auch von einer Ratenzahlung ist die Rede. Jarno Lang, der aktuelle Geschäftsführer des Landesverbands, ist sich sicher, dass die Rückerstattung den ASB nicht in den finanziellen Ruin treiben wird.

    Durchsuchung im Frühjahr

    Die Betrugsvorwürfe waren in diesem Frühjahr bekannt geworden. Ende April hatten die Krankenkassen eigene Ermittlungen angestellt und daraufhin die Staatsanwaltschaft informiert. Im Juni waren dann die Geschäftsräume der Landesgeschäftsstelle in Erlangen durchsucht worden.