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In Geiselhöring muss eine Hausarztpraxis schließen. Schuld ist das sogenannte "Witwenquartal". Das wollten die Geiselhöringer nicht hinnehmen und protestierten. Nun schaltet sich der Bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) ein.

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Arztpraxis in Geiselhöring: Ministerium kündigt Gespräche an

In Geiselhöring muss eine Hausarztpraxis schließen. Schuld ist das sogenannte "Witwenquartal". Das wollten die Geiselhöringer nicht hinnehmen und protestierten. Nun schaltet sich der Bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) ein.

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Von
  • Christian Riedl
  • BR24 Redaktion

Im Bemühen um den Fortbestand einer Hausarztpraxis im niederbayerischen Geiselhöring im Landkreis Straubing-Bogen ist jetzt auch das Bayerische Gesundheitsministerium eingebunden. In einer knappen Antwort auf eine BR-Anfrage vom vergangenen Montag erklärt ein Ministeriumssprecher, dass in dieser Woche noch Gespräche geführt werden. Gleiches sagte auch die betroffene Ärztin Sandra Starke (43).

Telefonkonferenz mit Gesundheitsminister Holetschek

Sie bestätigte dem BR, dass es am Donnerstag um 10.30 Uhr eine Telefonkonferenz geben werde, zu der auch Minister Klaus Holetschek (CSU) zugeschaltet sei. Das Bayerische Gesundheitsministerium verweist in seiner Antwort auf die BR-Anfrage auf die grundsätzliche Zuständigkeit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB). Die verweist in einer Mail vom vergangenen Montag darauf, dass es aufgrund gesetzlicher Regelungen keine Interimslösung für die Arztpraxis in Geiselhöring geben könne.

Am 31. März endete das sogenannte "Witwenquartal"

Am Mittwoch, 31. März, endete das sogenannte "Witwenquartal" für die Hausarztpraxis Starke in Geiselhöring. Nach dem Tod von Mediziner Peter Starke vor sieben Monaten konnte seine Witwe die Praxis mit einem angestellten Arzt weiter führen. Tochter Sandra Starke ist zwar Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie, hat aber noch keine Zulassung als Allgemeinmedizinerin. Sie kann deswegen die Praxis erst in rund acht Monaten übernehmen. So lange muss die Familie den Kassensitz aufgeben. Aus Sicht von Sandra Starke sei das und eine mögliche Wiedereröffnung danach aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich.

Patienten demonstrierten für ihre Hausarztpraxis

Am vergangenen Montag hatten weit mehr als 150 Patientinnen und Patienten in Geiselhöring für den Weiterbetrieb ihrer Hausarztpraxis demonstriert und dabei sogar kurzzeitig eine Straße blockiert. Die Patientenschaft sagt, es sei schwer, einen anderen Hausarzt zu finden. Zur Praxis Starke bestehe eine tiefe Verbundenheit. Die KVB erklärt, im Raum Geiselhöring liege der Versorgungsgrad bei 106,73 Prozent, und damit über dem geforderten Durchschnitt von 100 Prozent. Allerdings sind aktuell 62,5 Prozent der Hausärzte 60 Jahre oder älter.

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