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Arzt weist Verantwortung für über 50 Hepatitis-Fälle von sich | BR24

© picture alliance/imageBROKER/Jochen Tack

Ein ehemaliger Narkose-Arzt steht im Verdacht in Donauwörth mehr als 50 Fälle von Hepatitis C ausgelöst zu haben.

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    Arzt weist Verantwortung für über 50 Hepatitis-Fälle von sich

    Ein ehemaliger Narkose-Arzt steht im Verdacht, in Donauwörth über 50 Hepatitis-Fälle ausgelöst zu haben. In der Süddeutschen Zeitung lässt er über seine Anwälte seine Unschuld beteuern. Als Infektionsquelle komme er nicht in Frage.

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    Der ehemalige Donauwörther Anästhesist, der im Verdacht steht, dutzende Fälle von Hepatitis C ausgelöst zu haben, bestreitet laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung, für die Infektionen verantwortlich zu sein. Wie die Zeitung berichtet, erklärten seine Anwälte, ihr Mandant habe in der Donau-Ries-Klinik Donauwörth ausschließlich Spritzen benutzt, die zuvor bei Operationen verwendet worden waren. Erst anschließend habe er mit den Resten in den Spritzen seine Sucht gestillt. Er sei also nicht die Infektionsquelle.

    Arzt im April im Krankenhaus mit Spritze erwischt

    Dass sein Mandant im April mit einer Spritze im Arm in der Klinik erwischt worden war, deutet Anwalt David Herrmann nicht als Zufall, sondern als Hilferuf. "Er brauchte Hilfe und wollte sich erwischen lassen," zitiert ihn die SZ.

    Von Infektion erst nach Abschied aus Donauwörth erfahren

    Bereits zuvor hatte der Arzt über seine Anwälte erklären lassen, er wisse selbst nicht, wo oder wie er sich infiziert habe und habe zur Zeit seiner Tätigkeit im Krankenhaus auch nicht gewusst, dass er an Hepatitis C erkrankt gewesen sei. Im Gespräch mit dem BR kritisierte Anwalt Herrmann, 2017 sei der routinemäßige Jahreschek des medizinischen Personals ausgefallen. Von seiner Erkrankung habe der Anästhesist erst nach einem Zufallsbefund im Mai 2018 erfahren – da habe ihn ein Rheumatologe auf schlechte Leberwerte hingewiesen.

    Übertragungsweg der Hepatitis-Infektionen weiter unklar

    Gegen den Arzt wird ermittelt, weil er im Verdacht steht, bei Patienten der Donau-Ries-Klinik mehr als 50 Hepatitis-C-Infektionen ausgelöst zu haben. Nach wie vor unklar ist, wie die Infektionen abliefen. Hepatitis C wird in den allermeisten Fällen bei Blutkontakt übertragen. Möglich wäre etwa eine Infektion über wiederverwendeten Spritzen.