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Transitzentrum Deggendorf

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Arzt verlässt Transitzentrum Deggendorf nach Übergriffen

Nach den Vorwürfen eines Arztes über die Arbeitsbedingungen am Transitzentrum in Deggendorf hat die Regierung von Niederbayern bestätigt, dass der Mediziner seine Tätigkeit dort beenden wird. Ein tätlicher Angriff sei der Grund für sein Ausscheiden.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Niederbayern am .

Das Aufnahmezentrum in Deggendorf hatte bereits vergangene Wochen Schlagzeilen gemacht. Ein Arzt aus dem Zentrum hatte gegenüber der Wochenzeitung "Die Zeit" über seine Arbeit in der Unterkunft geklagt und kritisiert, dass eine Vielzahl der Patienten "Medizintouristen" seien, die teils übergriffig würden, falls er sie nicht so behandle, wie sie es wünschten. Oftmals - so legt es der Artikel in der Wochenzeitung "Die Zeit" nahe - ginge es dabei um Nichtigkeiten wie das Durchführen einer Mundspülung oder das Verschreiben von Viagra.

Ärztliche Behandlung nur bei akuten Fällen

Dabei schreibt das Asylbewerberleistungsgesetz vor, dass eine ärztliche Behandlung ausschließlich bei akuten Fällen möglich sei. Darauf verweist auch der Arzt seine Patienten. "Diese - korrekte - Haltung stößt bei den Asylbewerbern immer wieder auf Kritik", so die Regierung von Niederbayern.

Fünf Ärzte sollen medizinische Grundversorgung sicherstellen

Tatsächlich sind die Sprechzeiten sehr begrenzt. Laut einem Schild, dass am Eingang des Transitzentrums in Deggendorf hängt, gibt es werktags derzeit nur eine Sprechzeit von einer Stunde. Ab Juni sollen fünf Ärzte die medizinische Grundversorgung am Transitzentrum in Deggendorf sicherstellen. Dazu werden dann werktags dreistündige Sprechstunden angeboten. Der Arzt, der über die Missstände in Deggendorf geklagt hat, wird laut Regierung von Niederbayern seine Tätigkeit im Transitzentrum Osterhofen fortsetzen.