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Arzt arbeitet trotz Corona: Fünf Infizierte, 275 in Quarantäne | BR24

© BR/Zara Kroiß

Ein Arzt soll im Kreis Deggendorf mehrere Patienten mit Corona angesteckt haben. Laut Landratsamt behandelte er in seiner Praxis in Hengersberg weiter, obwohl er Corona-Symptome hatte.

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Arzt arbeitet trotz Corona: Fünf Infizierte, 275 in Quarantäne

Offenbar wartete er das Testergebnis nicht ab: Ein Arzt aus dem Kreis Deggendorf behandelte in seiner Praxis weiter, obwohl er Covid-19-Symptome hatte. Dabei steckte er fünf Menschen mit Corona an, 275 weitere Kontaktpersonen sind nun in Quarantäne.

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Ein Corona-Ausbruch in Niederbayern, bei dem inzwischen 275 Menschen unter Quarantäne stehen, geht offenbar auf einen Arzt zurück. Wie das Landratsamt Deggendorf mitteilte, behandelte der Mediziner in seiner Praxis weiter, obwohl er vermutlich Krankheitssymptome hatte. Sein anschließender Corona-Test, den er selbst durchführte, fiel positiv aus.

Der Behörde zufolge sind mittlerweile mindestens fünf Kontaktpersonen des Arztes mit dem Virus infiziert. Diese hätten mit rund 275 weiteren Personen Kontakt gehabt, die nun unter Quarantäne gestellt und großenteils bereits getestet worden seien. Die Ergebnisse würden im Lauf der Woche erwartet.

Vermutlich auf einer Feier in Tschechien angesteckt

Der Mediziner habe sich vermutlich auf einer Feier in Tschechien angesteckt, sagte Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter (CSU) dem BR. Erst als das Testergebnis positiv ausfiel, habe der Arzt die Arbeit niedergelegt und sich in Quarantäne begeben.

Landrat: Verhalten des Arztes ist Körperverletzung

Das Landratsamt werde den Vorfall der Staatsanwaltschaft vorlegen, betonte Landrat Bernreiter. Wenn sich das Verhalten des Arztes bestätigen sollte, sei dieses Verhalten Körperverletzung, sagte der Landrat dem BR. Das sollten jetzt die Strafverfolger beurteilen. Unter den fünf Personen, die der Arzt laut Landratsamt infiziert hat, ist eine Zehntklässlerin der Realschule Schöllnach.

Bei Infektion müssen Ärzte in Schutzanzügen praktizieren

Landrat Bernreiter erklärte: "Wenn das Verhalten so zutrifft, wäre das natürlich verantwortungslos." Es gebe für infizierte Ärzte zwar Ausnahmegenehmigungen, dann müssten sie aber in Schutzanzügen und mit speziellen Masken arbeiten. Ob das hier der Fall war, wird noch überprüft. Das Deggendorfer Gesundheitsamt habe die Kontaktpersonen des infizierten Arztes auf Corona getestet und sei so auch auf die infizierte Schülerin der Schöllnacher Realschule gestoßen.

Realschule Schöllnach war einen Tag komplett geschlossen

Die Schule war am Montag, 14. September, wegen des Vorfalls geschlossen. Seit Dienstag wird wieder unterrichtet, lediglich die 10. Klasse der betroffenen Schülerin und ihre Kontaktpersonen stehen unter Quarantäne. Bernreiter sagte weiter, dass es anders als etwa in Altenheimen bislang keine regelmäßigen Kontrollen der Hygienevorschriften bei Ärzten im Landkreis gebe, dazu fehle es an Kapazitäten. Es sei jeder Arzt eigenverantwortlich, so der Landrat.

Praxis des Arztes bis auf Weiteres geschlossen

Die Praxis des infizierten Arztes im Kreis Deggendorf ist derzeit aufgrund von "Corona-Quarantäne-Bestimmungen bis auf weiteres geschlossen", hieß es vom Anrufbeantworter der Praxis, als der BR heute anrief.

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