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Arzneimittelreport: Bayern bei Kleinkinderimpfungen Schlusslicht | BR24

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Masernimpfstoff

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    Arzneimittelreport: Bayern bei Kleinkinderimpfungen Schlusslicht

    Laut einer Auswertung der Barmer-Krankenkasse lebten 2017 in Bayern bundesweit die meisten Kleinkinder ohne Impfschutz. Auch bei der Masern-Impfung schneidet der Freistaat schlecht ab: Nur in Thüringen waren noch weniger Zweijährige geimpft.

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    In keinem Bundesland lebten 2017 mehr Kinder komplett ohne jeglichen Impfschutz als in Bayern. Das geht aus dem Arzneimittelreport der Barmer-Krankenkasse 2019 hervor. Während zur Berechnung der Impfquote normalerweise nur die Impfdokumente bei der Einschulungsuntersuchung verwendet werden, hat die Barmer Abrechnungsdaten aller Versicherten ausgewertet. Dadurch sind auch Kinder erfasst, die überhaupt keinen Impfpass haben, sowie Kinder, die noch zu jung für die Einschulung sind.

    Klein- und Schulkinder ohne Impfschutz

    Rechnet man die Daten der Barmer auf die Gesamtbevölkerung hoch, waren 2017 5,3 Prozent der zweijährigen Kinder in Bayern ohne Impfschutz. Bundesweit waren es 3,3 Prozent. Bei den sechsjährigen Kindern waren immer noch 3,5 Prozent komplett ungeimpft, bei bundesweit nur 2,3 Prozent der Kinder.

    © Barmer Arzneimittelreport 2019

    Kinder, die 2017 ohne jeglichen Impfschutz waren

    Bayern schneidet bei Masernimpfung 2-Jähriger schlecht ab

    Nachholbedarf besteht in Bayern auch bei der Impfung von Kleinkindern gegen Masern. 2017 waren laut Barmer nur 76 Prozent der Zweijährigen vollständig gegen Masern geimpft.

    Für eine so genannte "vollständige Immunisierung" braucht man bei Masern zwei Impfungen. Sie sollen nach Empfehlungen der Ständigen Impfkommission mit dem zweiten Geburtstag abgeschlossen sein.

    Bundesweit waren 2017 lediglich in Thüringen noch weniger zweijährige Kinder vollständig gegen Masern geimpft. Sachsen wurde aufgrund anders lautender Impfempfehlungen nicht berücksichtigt.

    Steigende Impfquoten bei der Einschulung

    Besser sieht es in Bayern bei den Masernimpfquoten bei der Einschulungsuntersuchung aus. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit kommt für das Schuljahr 2016/2017 auf einen Wert von 92,2 Prozent. Dieser liegt aber immer noch leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 92,9 Prozent. Im Vergleich zu den Vorjahren steigt die Impfquote in Bayern aber langsam an.

    Der von der Barmer errechnete Wert liegt insgesamt aber deutlich unter dem vom Landesamt ermittelten Wert bei der Einschulungsuntersuchung. Die Krankenkasse kommt in ihrem Arzneimittelreport auf lediglich 86,6 Prozent. Bundesweit sind laut Barmer 88,8 Prozent der sechjährigen Kinder vollständig gegen Masern geimpft. Hier wurden auch die Kinder ohne Impfpass erfasst.

    Masernimpfflicht ab März

    Die Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten der Welt. Der Bundestag hat deshalb im November eine Impfpflicht beschlossen. Im Dezember stimmte auch der Bundesrat zu.

    Das Gesetz sieht vor, dass alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr beim Eintritt in die Schule oder den Kindergarten die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Masern-Impfungen vorweisen müssen. Auch bei der Betreuung durch eine Kindertagespflegeperson muss in der Regel ein Nachweis über die Masernimpfung erfolgen. Die Impfflicht tritt am 1. März in Kraft. Für Kinder, die schon zur Kita oder in die Schule gehen, muss der Nachweis bis zum 31. Juli 2021 erfolgen.