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Artenvielfalt: Grüne wollen jetzt auch Bundesregierung treiben | BR24

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Die Bayerischen Grünen haben es vorgemacht: indem sie auf das Bienen-Volksbegehren der ÖDP aufgesprungen sind, haben sie die Staatsregierung zum Handeln getrieben. Das versuchen ihre Parteifreunde nun auch auf Bundesebene.

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Artenvielfalt: Grüne wollen jetzt auch Bundesregierung treiben

Die Bayerischen Grünen haben es vorgemacht: indem sie auf das Bienen-Volksbegehren der ÖDP aufgesprungen sind, haben sie die Staatsregierung zum Handeln getrieben. Das versuchen ihre Parteifreunde nun auch auf Bundesebene.

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Noch nie in der Geschichte der Menschheit war das Artensterben so groß wie heute. Tag für Tag sterben 130 Tier- und Pflanzenarten aus und die weltweite Aussterberate nimmt weiter zu. Diese alarmierende Bilanz hat der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) Anfang der Woche in seinem ersten Bericht zum weltweiten Zustand der Artenvielfalt gezogen.

Für den Grünen-Fraktionsvorsitzenden Anton Hofreiter ist klar: Das Ergebnis des Berichts müsse politische Folgen haben. Die Bundesregierung solle in der Aktuellen Stunde daran erinnert werden, dass sie endlich handeln müsse, so Hofreiter. Denn wie Robert Watson, der Vorsitzende des Weltbiodiversitätsrats IPBES, erklärt, sei es für Gegenmaßnahmen noch nicht zu spät.

Bayern ist aus Sicht der Grünen mit gutem Beispiel vorangegangen. Das Volksbegehren Artenvielfalt wurde diese Woche von der bayerischen Staatsregierung übernommen. Für Hofreiter ein erster großer Schritt, den die Grünen nun auch auf Bundesebene weitergehen wollen. „Der Schwung aus Bayern wird mitgenommen“, so Hofreiter. Es zeige sich deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger das Thema „Rettung der Artenvielfalt“ deutlich wichtiger nehmen als die Bundesregierung bisher verstanden habe.

Auch SPD-Umweltministerin Svenja Schulze hatte am Montag geäußert, die Lage sei ernst. Dass sie und die Regierung jetzt handeln müssen, fordert auch SPD-Umweltpolitiker Carsten Träger: "Bayern hat uns überholt. Jetzt muss die Bundesebene schnellstens wieder nachziehen."

Artensterben so groß wie nie

Bis zu eine Million Tier- und Pflanzenarten drohen in den nächsten Jahrzehnten von der Erde zu verschwinden. Vor allem Insekten sind gefährdet. Heute gibt es 80 Prozent weniger als noch vor 30 Jahren. Im UN-Bericht werden auch die Ursachen des Artensterbens aufgeführt. Unter anderem werden Lebensräume immer knapper. Immer mehr Flächen werden bebaut oder landwirtschaftlich genutzt. Deshalb ist für den CSU-Bundestagsabgeordneten Georg Nüsslein wichtig, dass Landwirtschaft und Artenschutz auf jeden Fall miteinander vereinbart werden. Wenn in der Aktuellen Stunde eine gemeinsame Vorstellung entwickelt würde, was Artenschutz konkret auf Bundesebene heißt, wäre das zu begrüßen, so Nüsslein.

Für die Grünen ist es bereits jetzt ein Erfolg, dass sie das Thema Artenvielfalt von der Landes- auf die Bundesebene heben können.