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Artensterben: Wie schlimm ist es wirklich? | BR24

© dpa / Ziga Zivulovic

Symbolbild: Eine Biene beim Sammeln von Nektar.

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Artensterben: Wie schlimm ist es wirklich?

Heute beginnt das Volksbegehren "Rettet die Bienen". Doch wie schlimm steht es wirklich mit unserer Artenvielfalt? Zahlen und Fakten zum Thema Artensterben und Insektenschutz.

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Die Ausgangslage

Drei Viertel aller Tierarten auf der Erde sind Insekten. Das macht Insekten so wichtig für das Ökosystem: Sie bestäuben unsere Pflanzen. Das heißt: Ohne Insekten keine Kirschen, keine Kornblume oder kein knackiger Apfel. Außerdem sind sie Nahrung: ohne Insekten also zum Beispiel keine Vögel und auch keine Fische.

Das Insektensterben

Ein Beispiel aus Dingolfing in Niederbayern: Dort wurde über zehn Jahre in den Isarauen der Bestand von Wildbienen erfasst. Das Ergebnis: Gab es 2006 noch 58 verschiedene Arten, waren es 2016 nur noch 14. Das macht einen Rückgang von 75 Prozent.

Die wohl bekannteste Untersuchung zum Thema Artensterben ist die sogenannte Krefelder Studie. Das Ergebnis der Studie schaffte es in die Top-Schlagzeilen: Seit 1989 gibt es demnach 76 Prozent weniger Insekten. Kritiker sagen: Hätte man den Ausgangspunkt der Studie nur zwei Jahre später gewählt, wäre der Rückgang deutlich geringer gewesen. Aber selbst dann gäbe es immer noch ein Drittel weniger Insekten als 1989.

Die Gründe

Grasländer, die zu Ackerländern werden. Dünge- und Spritzmittel wie Glyphosat. Fehlende Gewässer. Die steigenden Temperaturen durch den Klimawandel. All das setzt den manchmal so nervigen, aber eben so wichtigen Insekten zu.

Die Bundesregierung will deshalb ab diesem Jahr mit einem Aktionsprogramm fünf Millionen Euro pro Jahr in den Insektenschutz investieren. Und auch das Bundesumweltministerium kommt zu einem klaren Fazit: Es bestehe zwar noch Forschungsbedarf bei dem Thema, aber eines sei eindeutig: Beim Insektenrückgang bestehe akuter Handlungsbedarf.

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Die Diskussion um das Volksbegehren "Rettet die Bienen" ist hitzig. Gerade Bauern empören sich. "Dossier Politik" analysiert, woher das Artensterben kommt, was man dagegen tun kann und welche Rolle die Forschung dabei spielt.

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"Rettet die Bienen", so ist das Volksbegehren zur Artenvielfalt überschrieben, das heute gestartet ist. Rund eine Million Unterschriften sind nötig. Die Initiatoren wollen das bayerische Naturschutzgesetz verschärfen. Es gibt aber auch viele Gegner.