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Artenschutz: Verbände begrüßen neuen Runden Tisch | BR24

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Nach der Übernahme des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) noch vor Weihnachten wieder zu einem Runden Tisch zum Artenschutz einladen. Die Verbände begrüßen diesen Schritt - doch es gibt auch Kritik.

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Artenschutz: Verbände begrüßen neuen Runden Tisch

Nach der Umsetzung des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" will Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wohl noch vor Weihnachten wieder zu einem Runden Tisch zum Artenschutz einladen. Die Verbände begrüßen diesen Schritt - doch es gibt auch Kritik.

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Der nächste Runde Tisch Artenvielfalt soll für Umweltminister Thorsten Glauber (FW) vor allem eines bringen: Dass die Bauern sehen, dass sich Umweltschutz für sie lohnen kann. Ihm ist es "wichtig, dass man diesen Gesellschaftsvertrag für mehr Natur- und Artenschutz auch überall trägt".

Auf der Suche nach dem bayerischen Weg

Der Vorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern – Richard Mergner – fühlt sich durch die erneute Einladung in seinen Zielen bestätigt.

"Ich freue mich, dass der bayerische Ministerpräsident den Ernst der Lage erkannt hat und meinen Vorschlag aufgreift, tatsächlich einen Runden Tisch auch für die Zukunft der Landwirtschaft in Bayern wieder einzurichten. Wir brauchen einen neuen bayerischen Weg." Richard Mergner, Bund Naturschutz in Bayern

Das Höfesterben sei nur mit ökologischen europäischen Fördermaßnahmen zum Nutzen kleiner Familienbetriebe zu stoppen und mit einem Ende der Dumping-Preise für Lebensmittel im Einzelhandel.

"Miteinander reden ist immer gut"

Auch Markus Drexler, Sprecher des Bayerischen Bauernverbandes, begrüßt den Runden Tisch.

"Die Demonstrationen von Bauern zeigen, es ist wichtiger als je, über die landwirtschaftlichen Themen zu sprechen und die Frage, wie kann man Umweltschutz in Bayern vernünftig umsetzen und so, dass es auch die Bauern umsetzen können. Es ist ein gutes Zeichen, denn miteinander sprechen ist immer besser als übereinander." Markus Drexler, Bayerischer Bauernverband

Nicht jeder Bauer mag Bauernproteste

Etwas Wasser in den Wein gießt der Bio-Bauer Leonhard Zach aus dem oberbayerischen Ohlstadt. Er sieht die unter dem Zeichen des Grünen Kreuzes organisierten Bauernproteste und den Druck, den diese partei- und verbandsunabhängigen Aktivisten aufbauen, kritisch.

"Das ist eigentlich schade, dass sich jetzt vielleicht der Ministerpräsident, der Herr Söder, so treiben lässt von den neuen Demonstrationen." Leonhard Zach, Bio-Bauer

Hoffnung auf mehr Gründlichkeit

Dagegen findet es der konventionelle Milchbauer Alois Kramer aus Krün am Fuße des Karwendelgebirges grundsätzlich sinnvoll, das Thema Artenschutz noch einmal zu besprechen. Ihm fehlte beim ersten Runden Tisch die wissenschaftliche Gründlichkeit und ihn störte, dass etwa Schweinemäster in Niederbayern und Almbauern über einen Kamm geschoren wurden.

"Solche Maßnahmen, die müssen natürlich genau auf die regionalen Gegebenheiten angepasst sein und dann kann man das, ja, einfach besser machen. Und nicht einfach sagen, ich mach was gegen die Landwirtschaft, weil das gerade die Stimmung ist und damit habe ich mich dann bei der Stadtbevölkerung eingeschmeichelt, dann werde ich gewählt. Das bringt nichts und macht nur Unfrieden." Alois Kramer, Landwirt

Der CSU-Politiker Alois Glück will als Moderator des nächsten Runden Tischs deshalb auch Staat und Kommunen beim Artenschutz stärker in die Pflicht nehmen.