Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Artenschutz: Experten fordern weitere Maßnahmen | BR24

© pa/blickwinkel/allOver/TPH

Der Obersee im bayerischen Nationalpark Berchtesgaden, dahinter das Watzmann-Massiv vor strahlend blauem Himmel

Per Mail sharen

    Artenschutz: Experten fordern weitere Maßnahmen

    Bei einem Fachgespräch im Landtag haben zwei Wissenschaftler die Annahme des Volksbegehrens "Rettet die Bienen" begrüßt. Sie fordern aber weitere Maßnahmen - etwa einen dritten Nationalpark oder eine andere Agrarförderung.

    Per Mail sharen

    Im Umweltausschuss des Bayerischen Landtags haben sich zwei Wissenschaftler für weitere Maßnahmen zum Artenschutz ausgesprochen. Michael Schrödl von der Zoologischen Staatssammlung München plädierte für neue Nationalparks in Bayern - zusätzlich zu jenen in Berchtesgaden und im Bayerischen Wald.

    Der Zoologe forderte auch mehr Forschung zum Artenschwund. Die Artenvielfalt ihm Freistaat hängt demnach stark damit zusammen, wie Buchenwälder sowie Flora und Fauna in den Alpen mit Dürreperioden klar kämen. "Die Artenvielfalt kann nur erhalten werden, wenn wir den Klimaschutz in den Griff bekommen", sagte Schrödl.

    Botaniker: Blühstreifen enthalten zu wenige heimische Arten

    Der Botaniker Andreas Fleischmann von der Botanischen Staatssammlung München forderte eine Umstellung der Agrarförderung. Statt bestimmter Maßnahmen sollen ihm zufolge konkrete Ergebnisse gefördert werden. Fleischmann verwies auf ein Modell in der Schweiz, bei dem Landwirte pro nistendem Kiebitz Fördergelder bekämen.

    Fleischmann warnte bei dem Fachgespräch vor Blühstreifen, in denen zu wenige heimische Arten enthalten sind. Blühstreifen entstehen derzeit nach dem Willen der Staatsregierung an verschiedenen Straßen in Bayern. Auch Maßnahmen der Landwirte hält der Botaniker für verbesserungswürdig: Eine Studie habe ergeben, dass 80 Prozent der zum Umweltschutz gedachten Maßnahmen in der Landwirtschaft für den Artenschutz wirkungslos seien.

    Beide Wissenschaftler begrüßten, dass die Regierungsfraktionen von CSU und Freien Wählern das Volksbegehren "Rettet die Bienen" annehmen will. Am Mittwoch hatte der Landtag erstmals über das von der Staatsregierung geplante und inhaltlich über den Gesetzestext des Volksbegehrens hinausgehende Maßnahmen-Paket beraten.