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Unzufriedene Bauern fordern Änderungen beim Artenschutz | BR24

© Lorenz Storch/BR

Bauern fordern Änderungen beim Artenschutz

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Unzufriedene Bauern fordern Änderungen beim Artenschutz

Nach dem Volksbegehren Artenvielfalt und dem so genannten "Versöhnungsgesetz", das seit letzter Woche beim Landtag liegt, wirkte der Konflikt um eine ökologischere Landwirtschaft befriedet. Der Bauernverband stellt jedoch jetzt weitere Forderungen.

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Es brodelt unter den Landwirten – der Bauernverband kriegt nach der Einigung am Runden Tisch zum Artenschutz gehörig Druck von seinen Mitgliedern. Vielen erscheint der Kurs ihres Verbands zu nachgiebig, sie äußern Protest in Anrufen und Mails, und es gibt auch Austritte, bestätigten Bauernverbands-Funktionäre und Mitarbeiter dem Bayerischen Rundfunk.

Schlechte Stimmung an der Bauern-Basis

"Die Stimmung ist sehr schlecht. Weil eine große Verunsicherung da ist. Weil viele Dinge, die diskutiert werden, nicht abschließend beantwortet werden können. Wir sind jetzt im Gesetzgebungsverfahren." Walter Heidl, Bayerischer Bauernverband

Und da hat der Bayerische Bauernverband jetzt nochmal eine 17 Seiten lange Forderungsliste präsentiert, was an der Artenschutz-Einigung noch geändert werden soll. Unter anderem unbürokratischere Ausnahmegenehmigungen fürs Wiesen walzen nach dem 15. März, ein schwächerer Biotopschutz für Streuobstwiesen und weniger Fläche für den geplanten bayernweiten Biotopverbund.

Umweltschützer: Bauernverband steht nicht zu Kompromiss

Der Bauernverband will den Artenschutz-Kompromiss wieder aufschnüren, so interpretiert das der Landesbund für Vogelschutz.

"Wir finden, dass der Bauernverband nicht zu den Ergebnissen vom Runden Tisch steht. Das ist sehr schade, denn hier gab es ein gutes Entgegenkommen und wir haben eigentlich alle Probleme, die von Seiten der Landwirtschaft geäußert wurden, lösen können." Matthias Luy, Landesbund für Vogelschutz

Gesetz noch vor der Sommerpause durch den Landtag

Es gibt auch Punkte, in denen sich Bauernverband und Umweltschützer einig sind: Dass der Freistaat die Kommunen stärker in die Pflicht nehmen muss, zum Beispiel: für mehr Blüten auf Randstreifen und städtischen Flächen, statt stets kurz geschnittenem Rasen. Und dass der Landtag das Geld für die von der Staatsregierung gemachten Versprechungen bei den Haushaltsberatungen noch bereitstellen muss.

Die Zeit für mögliche Änderungen ist beschränkt: Der Landtag will das Volksbegehren samt dem so genannten Versöhnungsgesetz noch vor der Sommerpause verabschieden.