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Aronia-Beeren: Superfood aus der Oberpfalz | BR24

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Landwirtschaft in Bayern. Darauf schauen wir in dieser Woche genauer. Und besuchen fünf Bäuerinnen und Bauern die neue Wege gehen. Heute sind wir in der Oberpfalz, mit dem Beweis: Superfood muss nicht aus Übersee kommen.

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Aronia-Beeren: Superfood aus der Oberpfalz

Die Aronia: Sie gilt als heimische Power-Beere. Sie bietet gute Voraussetzungen für den Bio-Anbau. Darum ist sie sehr im Kommen momentan. Peter und Hedwig Jacobey betreiben die erste Plantage in der Oberpfalz.

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Dunkelblau und prall hängen sie an den hüfthohen Sträuchern. Die Aronia-Beeren. Auf den Feldern in Mitterteich stehen insgesamt 2.000 Pflanzen. Vor zwei Jahren haben sie Peter und Hedwig Jacobey gesetzt. Und damit die erste Aronia-Plantage in der Oberpfalz angelegt.

© BR / Rebekka Preuß

Peter und Hedwig Jacobey auf ihrer Aronia-Plantage

Die Jacobeys haben ihre Beeren derzeit besonders aufmerksam im Blick. Sobald sich die Stiele von grün auf rot färben, erreichen die Beeren ihre höchste Reife. Seit Tagen bestimmt Landwirtschaftsmeister Peter Jacobey deshalb immer wieder ihren Zuckergehalt.

© BR / Rebekka Preuß

Im Refraktometer wird ihm der Zuckergehalt der Beere angezeigt.

"Die hat heute 68 Oechsle. Beziehungsweise 18 Brix. Es reicht noch nicht. Wir brauchen ungefähr noch 14 Tage, bis wir ernten können." Peter Jacobey, Landwirtschaftsmeister

80 Oechsle Zuckergehalt sind das Ziel.

Peter Jacobey ist gelernter Landwirtschaftsmeister. Allerdings ohne Hof. Im Hauptberuf ist er deshalb seit Jahren als Garten- und Landschaftsbauer tätig. Aber sein Wunsch, eine eigene Landwirtschaft zu betreiben, ließ ihn nicht los.

Die Aronia gibt ihm jetzt die Chance dazu. Für die Plantage hat er 0,4 Hektar Land gekauft und nochmal so viel gepachtet.

Die Beere ist bis minus 20 Grad frosthart. Sie ist robust und kaum anfällig für Krankheiten oder Schädlinge. Ideal für den Bio-Anbau. Lediglich vor Mäusen müssen die Jacobeys ihre Pflanzen bislang schützen. Aber dafür haben sie Bussard-Stangen aufgestellt. Und der Greifvogel leistet bislang gute Dienste.

Unwägbarkeiten des Wetters und der Klimawandel

Eine Herausforderung ist die Trockenheit. Die Beeren werden dann klein und schrumpelig. Peter Jacobey hat dieses Jahr deshalb schon im Juni angefangen zu bewässern. Hat er mit der Aronia vielleicht doch auf die falsche Pflanze gesetzt?

"Diese Klimaerwärmung beziehungsweise diese ungleichmäßigen Niederschläge die mit der Klimaerwärmung verbunden sind, die kann jetzt momentan wahrscheinlich noch keiner genau abschätzen. Es könnte aber sein, wenn die Pflanzen größer sind, eine größere Wurzelmasse haben, dass sie dann andere Wasserschichten erschließen können. Es ist trotzdem noch relativ einfach solche Reihenkulturen zu bewässern als wenn man ganzflächig bewässern muss. Man kann Reihenkulturen mit einer Tröpfchenbewässerung machen und da erreicht man dann mit relativ wenig Wasser auch entsprechende Erträge." Peter Jacobey

Um die Direkt-Vermarktung der herb-säuerlichen Beeren kümmert sich Hedwig Jacobey. Sie stellt aus den Aronien Saft, Marmelade, Tee und Trockenobst für Müslis her und vertreibt die Produkte über den örtlichen Bio-Markt. Hedwig Jacobey ist Ernährungswissenschaftlerin und schätzt an der Aronia einen Inhaltsstoff ganz besonders.

"Die Aronien haben wie alle anderen Beeren auch reichlich Vitamine und Mineralstoffe. Aber die Aronien zeichnen sich durch einen ganz besonders hohen Gehalt an Antioxidantien aus. Die Gehalte sind noch höher als in Holunder oder Blaubeeren. Die natürlich auch sehr gesund sind. Aber die Aronien sind da praktisch unschlagbar." Hedwig Jacobey

Antioxidantien sollen unsere Körper-Zellen vor sogenannten freien Radikalen schützen. Die für Erkrankungen wie Krebs oder Demenz mitverantwortlich gemacht werden.

Mit ihrem Aronia-Anbau stehen die Jacobeys in Mitterteich noch ganz am Anfang. Nur 0,8 Hektar bewirtschaften sie. Aber, sagt Peter Jacobey:

"Landwirt ist nicht nur ein Beruf. Landwirt ist eine Berufung und das ist man zeitliebens. Und man möchte da dann schon immer mal wieder eine neue Herausforderung und man versucht dann auch mal wieder irgendwas Neues wirklich durchzuziehen." Peter Jacobey

Lebensmittel ohne Chemie stellen die Jacobeys her und machen mit der Aronia so die bayerische Landwirtschaft vielfältiger.

Bilder einer Beere, die in Bayern immer häufiger angebaut wird.

© BR / Rebekka Preuß

Aronia-Beeren auf der Plantage in Mitterteich

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Die Stiele der Aronia haben sich bereits von grün nach rot verfärbt.

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Aronia-Beeren

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Peter und Hedwig Jacobey auf ihrer Aronia-Plantage

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Dieser Strauch hat zu wenig Wasser bekommen. Seine Beeren sind klein und schrumpelig.

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Im Refraktometer sieht Bauer Peter Jacobey der Zuckergehalt der Beere angezeigt.

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Peter Jacobey bewässert seine Pflanzen aus Tanks und über eine Tröpfchen-Bewässerung am Boden.

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Beeren-Bauer Peter Jacobey

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Die Aronia kann frisch oder getrocknet verwendet werden.

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Hedwig Jacobey stellt aus den Aronien Saft, Marmelade, Tee und Trockenobst für Müslis her.